Ingrid Flohry | Mary Kim – Structures & Systems

Virtuellen Welten gleich dehnen und strecken sich die skulpturalen Gebilde von Mary Kim und die komplexen aquarellierten Formen von Ingrid Flohry in den zwei- und dreidimensionalen Raum. Aus einem wandelbaren System einfacher Module heraus entwickeln sich bei beiden Künstlerinnen vielschichtige, verwirrend erscheinende und in steter Unabgeschlossenheit mäandernde Strukturen, die Raum als Volumen und Modell definieren und in einem Zwischenbereich von Physik, Architektur und Technik verortet zu sein scheinen.

Zu den eher stillen und konzentrierten Positionen der zeitgenössischen Kunst gehört die Düsseldorfer Malerin Ingrid Flohry, deren teils groß dimensionierten Aquarelle sich mit der zeichnerischen Konstruktion von Raum auseinandersetzen. Die von ihr erschaffenen Räume, Trichter, Kurven oder röhrenförmige Anordnungen, erhalten ihre Dynamik und Tiefe aus einer virtuos angelegten Kolorierung. Detailreichtum und Arbeitsintensität kennzeichnen den Entstehungszyklus solcher Bilder, der im starken Gegensatz zur Schnelligkeit unseres Zeitalters steht.

Bereits seit einigen Jahren beschäftigt sich die in München lebende koreanische Künstlerin Mary Kim mit modular aufgebauten, architektonischen Strukturen, die aus vielen gleichartigen schiefwinklige Grundelementen aus Holz oder Metall bestehen.

Jede dieser schiefwinkligen Strukturen wirkt wie ein wachsendes Wesen mit Anklängen an Gebautes und Gewachsenes, mit technoidem ebenso wie organischem Charakter – und Humor. Parallel dazu arbeitet die Künstlerin auch an digitalen Zeichnungen als virtuelle Designvorlagen der Strukturen. Auf vielfältige Weise erkundet so diese Ausstellung die Beziehung zwischen zwei und drei Dimensionen, Illusion und Realität, Form und Funktion, sowie traditionellen und digitalen Methoden der Schaffung von Kunst.

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