Martin Waldbauer | Thomas Wunsch

Zwei ganz besondere Fotografen zeigt die Neue Galerie Landshut ab dem Ende des Lockdowns, also voraussichtlich ab Ende Januar 2021:
Martin Waldbauer, ein niederbayerischer Existentialist mit der Kamera, der gerade eben wieder in der SZ mit einem langen Bild-Beitrag gewürdigt wurde (>>SZ vom 4. Januar 2021), und
Thomas Wunsch, fotografischer Mystiker, der den Jazz-Fans von zahlreichen ECM-Covers bekannt ist.
Die genauen Ausstellungsdaten geben wir rechtzeitig bekannt.


Martin Waldbauer arbeitet in der klassisch, analogen Schwarzweissfotografie mit zwei Mittelformatkameras im Format 6×6 und 6×7 cm und einer Großformatkamera mit der monumentalen Negativgröße von 20×25 cm. Ein essentieller Bestandteil seines Schaffens ist die Interpretation des Negativs in der Dunkelkammer. Die in der Regel mehrfach getonten Silbergelatineabzüge und die sogenannten Lithprints sind das Resultat seiner intensiven Auseinandersetzung mit diesem Medium. Die Lihtprints entstehen zum Teil auf alten Barytpapieren, die durchaus 40 bis 60 Jahre in der Packung auf Licht warten. In den konventionellen fotografischen Entwicklungsprozessen können sie nicht mehr eingesetzt werden. Diese Bromsilberpapiere haben demnach einen langen Reifungsprozess hinter sich und sind nur mit Lithotechnik zum Leben zu erwecken. Durch dieses ephemere Grundmaterial sind die meisten seiner Bilder kostbare Unikate.

„Seine Bilder erzählen die Zeit. Sie macht alles verletzlich, und schön.“ (Bayerischer Rundfunk – Capriccio)

„Gesichter einer fernen Zeit – Martin Waldbauer hat alte Holzhauer aus dem Bayerischen Wald porträtiert. Die Bilder zeigen eindringlich, wie sich harte körperliche Arbeit in die Mienen und Hände der Menschen eingräbt.“ (Süddeutsche Zeitung)

„Existenzialist mit Kamera – Mit seinen radikalen Bildern schwimmt der Fotograf Martin Waldbauer in jeder Hinsicht gegen den Strom.“ (Süddeutsche Zeitung)


“Looking at Thomas Wunsch’s photographs is an intimate experience in which the images become a part of the viewer. Thomas Wunsch is not a romantic, but his photographs have a magical and mysterious quality. They are also very rhythmic, so it is not surprizing that the German record label ECM publishes his photographs. Several CDs featuring his pictures were nominated for Grammy Awards in recent years.” (New York Arts Magazine)

“Die künstlerische Position von Thomas Wunsch ist eher singulär. Seine Fotos, die abstrakt-expressionistische Strukturen zeigen, sind ein Vorstoß in das Reich der Gestik, das zuvor dem Medium der Malerei vorbehalten war. Sie sind ein Geflecht aus Farbflüssen, Passagen, Übergängen und Verzahnungen wider den klassischen fotografischen Themenkanon und formulieren eine Neudefinition des Mediums der Fotografie. Ebenso tragen sie zur Diskussion darüber bei, was Fotografie darf und soll… In den Arbeiten finden wir Strukturen, die viel Interpretationsspielraum lassen und eine eigene Welt formen. Lässt man sich auf diese Bilder ein, gelangt man in einen Bereich des Vagen, alles verschwimmt und verliert seine Identität, ein Ort nahe dem Nichts, des Unbestimmbaren und des Dunklen… Für Thomas Wunsch sind abstrakt-expressionistische Kunstwerke eine Radikalisierung, geknüpft an Findungen, die zugleich Seismograph subjektiver Innerlichkeit und Modellfall fluktuierender Strukturen sein können. Der Bildträger wird in seinen Fotografien zur Arena eines Ausdrucksgeschehens, das nicht mehr illustrierend darstellt, sondern als Ablauf und Energie wahrgenommen wird.
 ” (Susanne Kiessling)

 

 

 

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