Kategorie: Archiv

Schnittstelle Druckgraphik

„Schnittstelle Druckgraphik“ lautet der Titel dieser Ausstellung, und tatsächlich handelt es sich bei allen Arbeiten um Druckgraphik im weitesten Sinne. Die Technik also stellt zunächst einmal die Schnittstelle dar, an der sich die verschiedenen, vielfältigen Bezüge und Herangehensweisen der vier Künstlerinnen und Künstler schneiden. Die Drucke auf Leinwand von Jakob Kirchheim kommen dabei unserer Gewohnten Sichtweise von Druckgraphik am weitesten entgegen, ja sie sind Druckgraphik im klassischen Sinne; erstaunlich ist bei ihm eher, dass er sich noch dem „armen“ Medium des Linolschnitts widmet, der sich, von wenigen Ausnahmen wie Picasso abgesehen, noch nie einer besonderen Wertschätzung bei Künstlern erfreute, und der auch in der aktuellen Kunst nur von ganz wenigen Künstlern angewandt wird. Allerdings verwendet Jakob Kirchheim den Linoldruck auch nicht als Vervielfältigungstechnik im herkömmlichen Sinne: Er arbeitet oft mit dem Prinzip der verlorenen Form, die Platten werden also nach jedem Druckgang weiter bearbeitet, beschnitten, so dass eine Auflage gar nicht möglich ist. Dadurch, dass er mehrere Platten übereinander druckt, finden wir gleichwohl bei Genauerem Hinsehen den gleichen Druckstock auf verschiedenen Leinwänden wieder; in unterschiedlichen Kombinationen kommen die weiter bearbeiteten Druckstöcke mehrere Male zum Einsatz. In im Grunde unendlich vielen möglichen Zusammensetzungen, Überschneidungen entstehen so Serien, die eine Chronologie genauso veranschaulichen wie sie ein auf den ersten Blick undurchdringliches Netz gleichzeitiger und gleichwertiger Strukturen erscheinen lassen. Wir finden hier also zwar das Prinzip der Wiederholung, aber im Sinne der Produktion von Differenz und somit dessen, was Gilles Deleuze „das Sein des Sinnlichen“ nennt. Über eine weitere Schnittstelle bilden Bilder wie diese dann die Grundlage für die Filme Jakob Kirchheims, die in einer raschen Abfolge diesem Prinzip von Nachund Gleichzeitigkeit eine weitere Dimension geben. Im weiten Bereich der Neuen Medien, wozu auch der Film gehört, ist uns ja der Begriff der „Schnittstelle“ heute am ehesten vertraut. Gemeint ist damit nicht nur der „cut“, also die Stelle, an der der Film geschnitten wurde, um eine ihm eigene Realität zu erzeugen-, im Bereich der digitalen Medien ist die „Schnittstelle“ gleichzeitig das „Interface“, also die Fläche zwischen Computer und User, welche Einsicht in das Programm gestattet, ob das nun eine Tastatur oder ein Monitor ist, und die eine spezielle Situation des Informationsaustausches beschreibt. In einem erweiterten Sinne ist die „Schnittstelle“ dann ganz allgemein die Situation, in der eine je eigene Realität erzeugt wird. Diese Schnittstelle befindet sich in der Dunkelkammer unseres Gehirns, und sie wird durch die Sinne in Koppelung mit der Umwelt und unserem neuronalen Netzwerk unaufhörlich konstruiert. Sie ist also, wie bisher angenommen, keine passive Nachahmung oder Widerspiegelung der Umwelt, sondern ein dynamischer Prozess aus Rezeption und Produktion. Wir können dies schön nachvollziehen an der Gemeinschaftsarbeit von Gesa Puell und Christine Zoche. Sie besteht aus 32 Siebdrucken auf PVC, die in zwei Doppelreihen im oberen Stockwerk installiert wurden. Jedes dieser Spaliere besteht aus jeweils vier sich gegenüber hängenden Elementen, die das gerasterte Abbild – und dessen Silhouette – einer der beiden Künstlerinnen, an einem Tisch sitzend, zeigen. Ursprünglich saßen sich die beiden Künstlerinnen an diesem Tisch gegenüber. Diese Kommunikation ist nun abgeschnitten, der Betrachter seht mitten durch sie hindurch. Von außen betrachtet bezieht sich jede Figur nur noch auf sich selbst beziehungsweise auf ihre Silhouette, auf ihr Nachbild, das, nahezu deckungsgleich, wie ein Schattenwurf auf der zweiten Folie wahrgenommen wird. Was zunächst wie eine ermüdende Wiederholung des immer selben erscheint, entpuppt sich als eine Spiel mit vielen Differenzen: Während bei der ersten Variante die Personen sich gegenüber am Tisch sitzen, kehren sie sich bei der zweiten scheinbar den Rücken zu kommunizieren nur noch mit ihrer eigenen Silhouette. Bei dieser hängen sich die Silhouetten innen gegenüber, bei jener die Abbilder. So blickt der Betrachter beim einen Mal auf das Abbild, das durch seinen Schatten erhellt wird, beim anderen Mal erscheint zunächst die flächige Kontur, hinter der das eigentliche Abbild wahrgenommen wird, was dem wandernden Blick wie eine irisierende Interferenz erscheint. In der Abfolge des Durchgangs ist darüber hinaus bei näherer Betrachtung auch eine zeitliche Veränderung zu entdecken, die festzumachen ist an den auf der Tischplatte platzierten Objekten. Ein Blumenstrauß, der verwelkt, dazwischen ein Notizblock, eine Teekanne, die den kommunikativen Charakter der Darstellung unterstreichen und wieder verschwinden. Und während sich der Betrachter im Abgleich mit Erfahrung und Erinnerung, eine für ihn stimmige Wahrheit konstruiert, indem er die zunächst so scheinbar klare Offensichtlichkeit dekonstruiert, kommt er an den Punkt, wo er die Entstehungsbedingungen dieser Darstellung hinterfragt – und keine Antwort weiß: Wie können diese Photos eigentlich nur je eine Künstlerin an einem runden Tisch zeigen, wenn sie sich doch ursprünglich gegenübersitzen? Nun, die Antwort ist, dass dieser Tisch eine Schnittstelle im wahrsten Sinne des Wortes besitzt: Er wurde für die Photos auseinander geschnitten! Die Bedingungen und Grenzen einer Konstruktion von Wirklichkeit können dann an der Arbeit an der Stirnwand des oberen Raumes überprüft werden, wo Vorder- und Rückenansicht miteinander konfrontiert werden. Während in der einen Situation eine optisch schlüssige Situation entsteht, ist im anderen Fall eine Wirklichkeit, die sich mit den Wahrnehmungserfahrungen des Betrachters deckt, ausgeschlossen. Aber auch die schlüssige Situation ist logisch zweifelhaft: Wie könnte eine Person sich selber gegenübersitzen? Und dennoch ist diese Situation sinnbildlich für das Verständnis aktueller Welt-Anschauung: Wir sind Teil der Welt, die wir gleichzeitig beobachten – die wir nur verzerrt beobachten, wie durch einen Vorhang den man auch Schnittstelle nennen könnte – sie ist unser Zugang zur Welt, die uns nur von innen zugänglich ist. „Die Welt ist ein Vorhang“ in den wir selbst eingewoben sind,“ sagt Peter Weibel. Was für uns ist, hängt also von unserer Beobachtung und dem daraus resultierenden Standpunkt ab,- oder umgekehrt! Die Siebdrucke von Gesa Puell wirken auf den ersten Blick wie perfekte monochrom Farb-Flächen; erst durch einen Wechsel im Standpunkt erkennt der Betrachter die darin verborgenen Gegenstände – Vexierbilder, die auf einer minimalen Veränderung, der Bildoberfläche beruhen. Minimale Veränderungen genügen auch Jonathan Cassels, um unsere scheinbar so gefestigten Gewißheiten aus dem Ruder laufen zu lassen. Er nähert sich dem, was uns als unsere Geradezu selbstverständliche, nationale Identität erscheint, mit den Augen eines Fremden – und er tut dies mit einem wiederum für uns typischen, britisch- skurrilen Humor. Bei seinem ersten Besuch in Deutschland vor kurzer Zeit sind ihm Dinge ins Auge gefallen, die für uns alltäglich sind, nationale Eigenheiten, an denen wir keinen Augenblick zweifeln. Er reißt diese Dinge, Bierflaschen, Markenschilder, Einkaufstüten, aus dem Zusammenhang verfremdet sie minimal auf drucktechnische Weise und führt sie in einem anderen Kontext wieder in den Alltag zurück-. Als Engländer, der des Deutschen nur rudimentär mächtig, ist, haben es ihm vor allem auch die sprachlichen Auffälligkeiten angetan. Die Anglizismen etwa, die in einem ganz anderen Bedeutungszusammenhang als im Englischen gebraucht werden, wie etwa der Begriff „Happy Hour“ in Diskotheken oder Bäckereien, das „Handy“ oder der „Penny“-Markt, belustigten ihn. Nationale lkonen wie den Schriftzug der Deutschen stellt er respektlos in neue – britische – Zusammenhänge, und nennt als Gipfel der Unverfrorenheit eine Sammelbüchse, die er in der Galerie aufgestellt hat „meine Deutsche Bank“. Falls Sie dort etwas einzahlen wollen, können Sie das gerne tun, denn Sie dürfen sich im Gegenzug auch eines seiner Multiples in unlimitierter Auflage mit nach Hause nehmen. Es ist ein Anliegen seiner konzeptuell orientierten Arbeitsweise, auf diese Weise Kunst wieder zu demokratisieren und für viele zugänglich zu machen. Es ist für uns sicher eine ungewöhnliche Erfahrung, dass ein Künstler wie Jonathan Cassels unsere Alltagskultur unter Geradezu ethnographischen Gesichtspunkten auseinander nimmt. Wir sind eher einen umgekehrten Blickwinkel gewohnt – und wie verzerrt der oft ist, zeigt uns gerade auch die Arbeit „Afrika-Karten“ von Jakob Kirchheim. Nur bei mehrmaligem Betrachten dürfte uns auffallen, dass hier die eigentlich extrem verschieden großen Staaten Afrikas in das immer gleiche Rechteck eingepaßt sind. Je mehr wir also erkennen, dass unsere Realität und unsere Sicht der Welt von uns und anderen konstruiert wird, umso wichtiger, und das zeigt uns diese Ausstellung müssen wir unsere Aufmerksamkeit schärfen und unseren Blickwinkel ändern. Ganz im Sinne des Satzes von Adorno: „Das Ganze ist das Unwahre.“ F.S.

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Editions of you

„Editions of you“ – verschiedene Ausgaben deiner selbst – formuliert die Frage nach dem Selbst, dem Subjekt, der gefährdeten oder zu schützenden Individualität in einer Zeit scheinbar grenzenloser Machbarkeit, die durch viele Ergebnisse in den Wissenschaften heute immer drängender geworden. Wie weit ist das Individuum gezielt beeinflussbar, wo ist die unhintergehbare Grenze zwischen Innen- und Außenwelt, zwischen vorbestimmter Anlage und den Einflüssen der Umwelt? Diese Fragen greift etwa auch Adidal Abou-Chamat auf, in deren Interesse kritische Punkte des Existentiellen und unstabile körperliche Grenzbereiche stehen, Schnittstellen zwischen Innen und Außen. Es geht um Kodierungen des Körpers im Kontext seines kulturellen Umfelds, seine Umdefinierung vom natürlichen Objekt zum sozialen Konstrukt. Das Diktat eines industriell vorgegebenen Schönheitsideals, das uns vorschreibt, wie wir unsere „Individualität“ ausgestalten zu haben, die Frage, ob unser Körper und unser Geschlecht essentielle Faktoren unseres Ichs sind oder das Ergebnis sozialer Zu- und Festschreibungen Werden in einem spannenden Wechselspiel aus Verführung und Abstoßung formuliert. Die irritierende Idee, in eine andere Haut zu schlüpfen, wird in ihrem Multiple „Nipple Shirt“, einem Hemd aus Zitzenhaut zum Wunsch- und Zerrbild zugleich. Die kühle Künstlichkeit wiederum ihrer perfekt ausgeleuchteten „Porträts“ erlaubt es ihr, die provokante Drastik des Dargestellten ästhetisch aufzufangen, und dennoch an das Tabu vorgegebener Schönheitsvorstellung zu rühren – und zugleich die Möglichkeit des Subjekts zu denken, sich stets selbst und neu zu erfinden. Auf leichtfüßige Art und Weise setzt sich auch Iska Jehl mit dieser Fragestellung auseinander: Das Beauty-Software-Programm einer US-Frauenzeitschrift diente ihr als Basis zur Manipulation zweier Selbstporträts. Einige der daraus entstandenen Versionen wurden mittels Linsenrastertechnik zu einem Bild zusammengefügt. Dieses Bild weckt Erinnerungen an klassische Selbstporträts. Dem Blick des Betrachters scheinen unterschiedliche Typen, womöglich verschiedenen Alters, präsentiert; in Wahrheit wurde jedoch nur die Frisur variiert. Die künstliche Manipulation des Selbstporträts führt den Betrachter in die Irre, in der unauflösbaren Spannung zwischen dargestellter und realer Identität stellt sich die Frage nach dem wahren Selbst. Wenn nun aber der Körper nicht der Ort der unverwechselbaren Identität sein kann, wo ist dessen Ort dann? Möglicherweise im Gehirn: In ihren Arbeiten „Subject: Brain“ hat Sara Rogenhofer das menschliche Gehirn tomographisch Schicht für Schicht seziert. In unüberschaubaren Reihungen füllen diese die Bildfläche. Doch erst der künstlerische Eingriff, die Übermalung durch die Hand der Künstlerin, geben ihnen eine deutliche, individuelle und unterscheidbare Ausprägung. Die unendlichen Serien der binären Zahlencodes, die Sara Rogenhofer ihren Bildern unterlegt, verweisen darauf, dass die wissenschaftliche Sezierung des menschlichen Gehirns letztlich nur einen, faszinierenden und erschreckenden Schluss zulässt: Dass es, ebenso wie der Körper, reproduzierbar sein wird. Eine faszinierende Präsenz besitzen so auch die Gesichter von Doris Maximiliane Würgert, die uns in einem ständig changierendem Verhältnis von Distanz und Nähe erscheinen. Diffus erscheinen sie aus dem Hintergrund und ziehen sich gleichzeitig in die sie umgebende Wand zurück. Wenn wir uns ihnen nähern, um sie deutlicher betrachten zu können, lösen sie sich auf, werden zu Spuren reinen Pigmentes, das sich in die Leinwand eingebrannt hat. In ihrer Monumentalität und in dem extremen Bildausschnitt, der oft nur die Mund- und Augenpartie zeigt, suggerieren sie ein Versprechen von Intimität und Unmittelbarkeit, das sie nicht einlösen. Sie sind fast schon schmerzhaft anwesend, wecken unser Begehren, und erweisen sich doch im gleichen Moment als fremd und einem unerreichbaren Anderswo zugehörig. Sie sind da, ohne da zu sein. So scheinen die Gesichter einem Zwischenreich zugehörig, ihre Anwesenheit, die den verstörenden Eindruck einer Abwesenheit erzeugt, lässt sie als Geister, als Wiedergänger erscheinen; und sie sind dies in einem mehrfachen Sinne: Die Bilder siedeln in einem Zwischenbereich von Malerei und Fotografie, der nicht eindeutig festlegbar ist; sie beziehen sich weder auf eine tatsächliche Wirklichkeit noch sind sie reine Fiktion der Künstlerin: Es sind Porträts von Protagonisten aus Computerspielen und damit in gewissem Sinne tatsächlich unsere Wiedergänger, unsere Doppelgänger. Diese Figuren besitzen nämlich in ihrer Welt alle menschlichen Eigenschaften, die sie brauchen: Sie können denken, kommunizieren, überlegt handeln, Gefühle zeigen, sie haben ein Gedächtnis und besitzen die Fähigkeit zu lernen. Sie können sogar altern. Sie besitzen nur eines nicht: eine Seele. Obwohl auch das, nach Ansicht des Hirnforschers Dieter Dörner, nur eine Frage der Zeit ist. Wenn aber schließlich jede Realität künstlich erzeugt werden kann, könnte es im Umkehrschluss nicht durchaus sein, dass die Realität unseres Ichs eine je eigene Realität ist? – oder wie Wittgenstein (Tractatus logico-philosophicus) sagt: „Ich bin meine Welt. Das denkende, vorstellende Subjekt gibt es nicht… Das Subjekt gehört nicht zur Welt, sondern es ist eine Grenze der Welt“ Die Bedingungen und Grenzen einer solchen Konstruktion von Wirklichkeit können an der Arbeit „Zwischendurch“ von Gesa Puell und Christine Zoche überprüft werden, wo die eigene Vorder- und Rückenansicht miteinander konfrontiert werden. Während dabei zwar eine optisch schlüssige Situation entsteht, ist diese doch logisch zweifelhaft: Wie könnte eine Person sich selber gegenübersitzen? Und dennoch ist diese Situation sinnbildlich für das Verständnis aktueller WeltAnschauung: Wir sind Teil der Welt, die wir gleichzeitig beobachten – die wir nur verzerrt beobachten, wie durch einen Vorhang, den man auch Schnittstelle nennen könnte – sie ist unser Zugang zur Welt, die uns nur von innen zugänglich ist. „Die Welt ist ein Vorhang, in den wir selbst eingewoben sind,“ sagt Peter Weibel. Dieser Vorhang aber ist so fragil, dass die Silhouetten der beiden Künstlerinnen kein Versprechen von Festigkeit und Dauer in sich tragen: Sie wirken wie Nachbilder auf der Netzhaut, momentane Wahrnehmungsblitze, deren Gültigkeit die Dauer dieses einen Augenblickes nicht übersteigt. Und doch sind es vielleicht gerade diese Fragmente, aus denen wir ein, wenn auch immer nur vorübergehend gültiges Bild unseres Selbst weben können. Samuel Rachls Filzstiftzeichnungen tragen dem Rechnung: Er beschränkt sich in der Signatur nicht auf eine Datierung, sondern er verzeichnet auf jeder die genaue Minute, in der sie entstanden sind. So entsteht aus diesen sehr persönlichen Offenbarungen, diesen den Betrachter existentiell berührenden und gleichzeitig verletzlichen Augenblicksnotaten ein fragiles Bild des künstlerischen Ichs. Dieser voyeuristischen Beobachtungssituation, in denen sich ein künstlerisches Ich der Betrachtung preisgibt, ist sich Samuel rachl wohl bewusst. In einer installativen Situation lässt er es auch uns deutlich werden: Der Betrachter sitzt, eingezwängt zwischen kaltes und in laszivem Rot gehaltenem Kunstleder wie in einer Peepshow und beobachtet wie in dieser einen vorgegebenen Ausschnitt scheinbarer Realität, die aber nicht mehr ist als das Ergebnis seiner eigenen Projektion. So definiert sich das Ich durch den Anderen, und es ist beides gleichzeitig: Impuls und Reflex. He/She, die vierteilige Arbeit von Adidal Abou-Chamat zeigt dies noch einmal ausdrücklich und stellt uns die Frage: Wo beginnt das Andere, und wo endet das Ich? Am Ende löst sich das Subjekt, zwischen Identität und Nicht-Identität schwankend, in eine Vielzahl unterschiedlichster Facetten auf – die gleichzeitig das Ich wieder konstituieren. Silvia Schreibers Installation „Hanami“ zeichnet aus diesen Facetten ein Porträt des japanischen Galeristen Nobuo Yamagishi, der vor dreißig Jahren als erster begann, in Japan zeitgenössische Kunst zu zeigen. Ein Porträt des Galeristen aus zartem Papier , flüchtig in den Raum gehängt auf einer transparenten Bahn sowie ein minimales technisches Equipment für die Schallplatten, Abformungen aus Kunstharz, die sich unaufhörlich drehen – eine Aufnahme von Velvet Underground sowie der japanischen Lieblingsmusik des Galeristen. Diese wenigen Dinge genügen Silvia Schreiber, um daraus die Essenz dessen zu formulieren, was die fragile, geheimnisvolle und so überwältigende Schönheit einer menschlichen Existenz ausmacht. So überwältigend, dass ich nicht den Versuch mache, sie näher zu beschreiben, sondern dem Dichter Mark Strand das Wort überlassen möchte. Er sagt: „Wir leben mit Geheimnissen, aber wir mögen das Gefühl nicht, dass wir es tun. Ich denke aber, wir sollten uns daran gewöhnen. Wir meinen, dass wir wissen müssen, was die Dinge bedeuten, um auf der Höhe von diesem oder jenem zu sein. Ich glaube aber nicht, dass es eine sehr menschliche Eigenschaft ist, dem Leben gegenüber so kompetent aufzutreten. Diese Haltung hat jedenfalls nur sehr wenig mit Poesie zu tun.“ Und vielleicht ist es ja gerade die Poesie, die den Ort beschreibt, wo das Ich seine Existenz zu einem unwiederholbaren und nie reproduzierbaren Kunstwerk macht. F.S.

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Jakob Kirchheim und das Kuenstlermagazin RUW!

Jakob Kirchheim und das Kunstlermagazin RUW!
Ausstellung vom 28. November bis 13. Dezember 2015
Eröffnung: Freitag, 27. November, 20:00 Uhr
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, 14:00 bis 17:00 Uhr

Jakob Kirchheim
Linolschnitte

Neben den drei Ausgaben des Kunstlermagazins RUW! wird Jakob Kirchheim bei seiner vierten Ausstellung in der Neuen Galerie neue Publikationen aus seiner Verlagsproduktion sowie kunstlerische Arbeiten, Linoldrucke, Linoldruck-Serien und -Bilder präsentieren.
Jakob Kirchheim sagt uber seine Arbeiten:
„Meine Linolschnitte und Filme sind motiviert durch Alltags- und Reisebeobachtungen, die Beschäftigung mit medialen Themen und der Kunstgeschichte. Aus einem kontinuierlich wachsenden Linolschnitt-Archiv entstehen bildnerische Komplexe unterschiedlicher Stilistik, die zu größeren Bildern, Serien oder Filmen zusammengesetzt werden. Modularer Aufbau, das Prozeßhafte der ausgeschnittenen Form, Überdruckung und Zustandsdruck sind Konstanten dieser Arbeit.“
Weitere Informationen finden sich auf den websites:


http://www.jakob-kirchheim.de
http://www.jk-verlag.com

RUW!
Das Künstlermagazin aus Berlin

Das Berliner Künstlermagazin RUW!, eine Initiative des in Berlin lebenden niederländischen Kunstlers und Druckgrafikers Hans Könings, ist bisher in drei Ausgaben erschienen.
Die Eckpunkte des Magazins sind:
– Auflage: 50 Exemplare plus ein Blatt pro Künstlerbeitrag fur die Präsentation in Ausstellungen.
– Die Originalarbeiten (Linoldruck, Malerei, Collage, Foto, Fotokopie, Computergrafik etc.) sind unsigniert, können aber im persönlichen Kontakt mit den Künstlern signiert werden.
– Die Magazine sind nummeriert. Die neueste Ausgabe wird für jeweils 50 Euro, die früheren für 100 Euro verkauft. Die Verkaufserlöse fließen ausschließlich in die Finanzierung von Ausstellungen, Rahmungen und anderen Unkosten. In diesem Sinne handelt es sich für die Künstler um ein „Non-Profit“-Unternehmen.R U W! ist eine Haltung, kein Hochglanz!Die drei bisher erschienen Ausgaben standen unter den Mottos: „Tales of Ordinary Madness“, „von Kleist“ und „Nach dem Danach“. Eine vierte Ausgabe wird im März 2016 präsentiert.
Die teilnehmenden Künstler stellen eine Art offenes Kollektiv dar, in das neue Künstler aufgenommen werden, während andere auf freiwilliger Basis pausieren.
Mit Original-Arbeiten von Katharina Arndt, Hannah Becher, Gregor Curten, Linn Fischer, April Gertler, Hannah Goldstein, Thomas Hillig, Jakob Kirchheim, Hans Könings, Paula Muhr, Gero Neumeister, Kathrin Rank, Anja Schrey, Eva Schwab, Roul P. Weile, Marian Wijnvoord.

Hans Könings hat 2013 neun verschiedene, von ihm wertgeschätzte und befreundete Künstler der unterschiedlichsten Medien angesprochen und für ein Konzept, der Erstellung einer Künstleredition, des Magazins RUW! begeistert. Bei limitierten Graphzines, graphischen Künstlerbüchern und -Zeitschriften, handelt es sich in der Regel um in kleinen und kleinsten Auflagen, do-it-yourself produzierte, über Insiderkanäle vertriebene Werke.
RUW! is the combination of the word “raw”, as in the American magazine “RAW”, founded in the 80’s by Art Spiegelman and Françoise Mouly and the German word “rau”, pronounced as the Dutch word “ruw”.
Hans Könings zur ersten Ausgabe: „we’re all living in Berlin, the magazine is primitive and times are rough but great and I want to emphasize madness as the madness in Tales of Ordinary Madness by Charles Bukowski.
RUW! sounds great, looks good and tastes like gasoline!“

http://www.artinflow.de

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Asiuke Kondo & Yukiko Nagakura

A RECORDED WORLD

Aisuke Kondo | Yukiko Nagakura

A RECORDED WORLD

17. Januar – 8. Februar 2015
Do – So 14:00 – 17:00 Uhr
Eröffnung am Freitag, 16. Januar 2015, 20:00 Uhr
Hierzu sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen!Feiertagsschau am Sonntag, 8. Februar 2015
14:00 – 17:00 Uhr: Künstlerfilme und -gespräche

Aisuke Kondo

Statement

A theme of my art work is the body and memory.
When I was a child, I often broke my bones. This was because my body was very weak.

Through these experiences, today I think that a body is a fragile object. Furthermore, I have the feeling that my body is not my self. I feel a certain discrepancy to my body.

I work with the basic concept of „destruction and regeneration“.
This concept comes from my experience.
For this reason, I also use the method of collage. I try to destroy and regenerate the images of my memory in my art works.

Yukiko Nagakura

Statement

We can see beautiful stars in the sky.
But I’m attacked by anxiety when I learned that these beautiful stars are hundreds of light years away, and traces of something that existed hundreds of years ago. I can’t help but wonder, “What am I looking at ?”
Maybe the stars I’m seeing right now don’t exist anymore. 
Then, what is it I’m looking at now?
When you say [stars], are you referring to huge, heavy fixed stars, or you mean the delayed image that made by the light from hundreds of years ago?
I always make use of differences between notion and perception when I work on my art works; as in the difference between the [stars] that we know by observation and scientific reasoning, and those that we are looking up now.
I have a great deal of interest in the identity and difference in things.
When the notion and perception fail to match, we will inevitably doubt about the thing you are looking at. Just like I wondered what stars really are. What I pursue is how to make the device that changes the perception of something through the experience of wandering between its notion and perception.

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Ute Heim

Artistic Ruins

Eröffnung: Freitag, 20. Februar 2015, 20:00 Uhr
Einfuehrung: Text von Marion Bierling, gesprochen von Richard Wilde
Hierzu sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen21. Februar – 15. März 2015, Do – So 14:00 – 17:00 UhrFeierabendschau am 3. März 2015, 18:30 Uhr
Es spielen „Ute Heim und ihr Praerieorchester“, anschließend Kuenstlergespräch

Ute Heim
Artistic Ruins


„Canvas Sky“ 2014, Installation, Hartfaserplatte beschichtet und gelocht, Dachlatten, Maße: variabel; Foto: ©Yvonne Leinfelder
An Interpretor’s Approach to Stages: „Die Buehne“ 2014, Fotografie, C-Print auf Papier, Holz, 10 x 15 cm; Foton: ©Ute Heim
Das Werk Ute Heims reicht von Skulpturen über Installationen bis hin zu Videos. In vielen ihrer Arbeiten ist ihre Stimme entscheidendes Werkstuck, musikalische Interpretation und Improvisation sind wesentliches Arbeitsprinzip. Sie reagiert auf vorhandene Orte und Situationen und schafft eine Art semifiktiver Biografie. Damit und mit der Reibung zwischen Aufführungsformat und der damit verbundenen Erwartung des Betrachters,
erzeugt sie Dissonanzen, die es möglich machen, in emotionale Räume vorzudringen, welche sonst verschlossen blieben.
Ihre neuesten Arbeiten, von denen einige erstmals in der Neuen Galerie Landshut gezeigt werden, sind Teil einer Werkserie mit dem Titel „Artistic Ruins“. Es handelt sich dabei um ein umfassendes Projekt, das aus mehreren Arbeiten besteht, die sich alle um Vergänglichkeit, Erhalt, Pflege und Konstruktion bestimmter romantisch verklärter Zustände drehen, um deren Verherrlichung und um die damit jeweils verbundenen praktischen Anforderungen.

Feierabendschau am 3. März 2015, 18:30 Uhr
Es spielen „Ute Heim und ihr Prärieorchester“, vorher Künstlergespräch


„plastic mu: In A Shanty“, Ute Heim/Marc Melchior, 2004 Quelle Musik: „In A Shanty In Old Shanty Town“ (L. Jack, J. Siras, J. Young, Non protected shares) Vocal: Ute Heim Ukulele: Marc Melchior Dauer: 1:06 min

Ute Heim – „Take me back to my boots and saddle“ Vol I & II, Video, 2011, 2–Kanal–Videoprojektion, 2 DVDs, 2 DVD-Player, 2 Beamer; 45:00 min
Feierabendschau am 3. März 2015, 18:30 Uhr
Es spielen „Ute Heim und ihr Prärieorchester“, vorher Künstlergespräch mit Marion Bierling, M.A.

Ute Heim & ihr Prärieorchester

Fotos: Ken Macbeth Knowles

Musikprojekt von Ute Heim mit wechselnder Besetzung und akustischer Instrumentierung zur Erforschung noch unbeackerter Gebiete in der Musik.

Ute Heim (Vocal/Kazoo/Geige/Waschbrett)
Marc Melchior (Ukulele/ Banjo)

Ute Heim hat ihre Pferde gesattelt für einen Ausritt in die hinterste Prärie und dabei einige alte und neue Bekannte getroffen. Der Wind pfeift durch die Ritzen der Scheune, die Flinte steht angelehnt am Balken, die Fiddle krächzt aus dem letzten Loch, der Banjospieler zupft die verdammten Saiten, es staubt und das Herz zieht sich zusammen, wenn die Stimme die 2,8 Oktaven durchträllert. Kurz: Es wird getanzt, geweint und gelacht.

Old Time, 20er Jahre, Honkytonk, 60s, Jazz

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Isabella Berr | Heiner-Matthias Priesnitz

Fotografie | Zeichnung


Isabella Berr | Heiner-Matthias Priesnitz

Fotografien | Zeichnungen

Eröffnung: Freitag, 20. März 2015, 20:00 Uhr
Einfuhrung: Stephanie Gilles, M.A.
Musik: Claus Freudenstein
Hierzu sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen
21. März – 12. April 2015, Do – So 15:00 – 18:00 Uhr
Feierabendschau am 31. März 2015, 18:30 Uhr mit Künstlergespräch

Isabella Berr
Fotografie

Die Fotokünstlerin Isabella Berr gestaltet farbkräftige Arbeiten, die aufgrund ihrer Unschärfe eine Nähe zum Piktoralismus des endenden 19. Jahrhunderts assoziieren. Alltägliche Augenblicke lassen Wiedererkennungsmomente in der Wahrnehmung des Betrachters entstehen und erwecken so seine Neugier.

Heiner-Matthias Priesnitz
Zeichnung

Ganz im Gegensatz zu den Fotografien Isabella Berrs steht Heiner-Matthias Priesnitz mit seinen Zeichnungen, die aufgrund ihrer Zartheit fast nicht reproduzierbar sind. Hologrammartig heben sie sich aus dem Hintergrund und weisen eine fast dreidimensionale Präsenz auf. Auch Priesnitz weckt das Explorationsbedürfnis des Betrachters und so befeuern sich diese unterschiedlichen Arbeiten, In direkten Dialog gesetzt, gegenseitig und feiern die Polarität der Dinge.
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Aisuke Kondo & Yukiko Nagakura bei idfx in Breda

The Human Condition

za 02 mei ’15 tot zo 17 mei ’15
IDFX – Houtmarktpassage 28B

Opening van de expositie The Human Condition vindt plaats op zaterdag 2 mei om 16.00 u met de performance An Exploitation Structure, door Yukiko Nagakura. Verwacht ook een korte toespraak door Franz Schneider, conservator bij Die Neue Galerie Landshut, die de betreffende kunstenaars, Yukiko Nagakura (http://yukiko-nagakura-works.tumblr.com/) en Aisuke Kondo, (http://aisukekondo.com/Home.html) heeft uitgekozen.

Inloop vanaf 19.30 u. Verder vanaf zondag 3 mei elke donderdag tot en met zondag van 14 – 17 u te bezoeken. Houtmarktpassage 28B ingang via Kerkstraat – Breda.

Title van de expositie: The human condition. Gezamenlijk thema: Migration, History, Human right, War. What kind of works will we show?

Yukiko Nagakura (fotowerken/schilderijen), is geboren in Shizuoka, Japan. Woont en werkt op dit moment in Berlijn. Nagakura is een conceptueel kunstenaar die naast het maken van schilderijen en video’s ook installaties maakt en performances uitvoert.
Aisuke Kondo (fotowerken/sculpturen), Kondo maakt werk binnen het concept Reconstruction of Memories. In een project over zijn grootvader die gedurende 38 jaar en tijdens WO II als immigrant in San Francisco woonde linkt hij het verleden aan het heden. Hij poogt de grens die ligt tussen mens, tijd en plaats te ontleden. Hierdoor functioneert zijn werk als een reconstructie van een ‚memory machine‘

IDFX in Landshut van 22.5 t/m 7.6
Vlak ná de expositie van Landshut bij IDFX organiseert IDFX bij Die Neue Galerie Landshut in Landshut (d) van 22 mei tot en met 7 juni een expositie met werken van de beeldend kunstenaar, dichter, performer en muzikant Nick J. Swarth (tilburg – www.swarth.nl ) en de beeldend kunstenaar en vormgever Michiel van der Zanden (Breda – www.michielvanderzanden.nl). Opening dáár vindt plaats op vrijdagavond 22 mei om 20.00 u.


Info:

http://www.idfx.nl/nl/agenda/human-condition

Aisuke Kondos art works are made under the concept “Reconstruction of Memories.”
His recent work is a project concerning his great-grandfather, who made the experience of the conditions of an immigrant’s life – like Aisuke Kondo does it today, generations later..
His great-grandfather lived in San Francisco, USA for 38 years, from 1916 till 1954. During the Second World War he was imprisoned in an internation Camp in Utah.
Aisuke Kondos work is based on archived material of these 38 years.
His photographic artworks combine different fragments out of this archive. So he is connecting the past to the present. By doing so, his works function as a reconstruction of a „memory machine.”
In this way he dissects the border which lies between people/time/places like our memories do to create a new and sometimes more lucid truth. So Aisukes work can be defined as a concept of „Reconstruction of Memories.”
„What we need“said the art historian Horst Bredekamp in the Süddeutsche Zeitung, is space for reflecting things, and therefore we need a distance to what is happening.

Sometimes the distance is in danger to be completely eliminated by the overload of pictures, images and information in the mass media. What we think there to perceive is more and more influencing and manipulating our concept of reality.

Yukiko Nagakura is interested in this difference between the perception and the conception – and her works are based on that idea.
And for that she exchanges the media way in an immediate way of perception.
She recently visited a refugee camp near Calais, where refugees from all over the world wait for a possibility to travel to England.
There she could get into contact to some of the refugees and could have an immediate look on their situation, in their hopes and dreams and in their daily life.

In her artworks she is now recreating an artistic distance to the conditions of this refugee life. And so she allows us to find a deeper truth in the paintings than we could ever get in the media images:

Her artworks urge us to connect the perceived pictures with our memory, our emotions our sense of responsibility and in the end with the question, which values we all stand for.
Human Condition““ is the title of this exhibition – like Hannah Arendts book from 1954, where she is asking for the basic conditions of human existence.
The question is still as urgent as 60 years ago.

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Heather Sheehan – barking the willow

Heather Sheehan – barking the willow

HEATHER SHEEHAN
barking the willow
Fotografie, Installation und PerformanceEröffnung: Freitag, 24. April 2015, 20:00 Uhr
Einfuhrung: Ewa Knitter, Paris
Hierzu sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen

25. April – 17. Mai 2015, Do – So 15:00 – 18:00 Uhr

Mit freundlicher Unterstutzung von Stadt Landshut, Sparkasse Landshut
sowie Sabine Schurhoff-Dobler u. Rainer Dobler

Heather Sheehan
barking the willow

Die Neue Galerie Landshut präsentiert eine ganz besondere Einzelausstellung mit Werken der deutsch-amerikanischen Künstlerin Heather Sheehan. Sie wird die Ausstellung am 24. April 2015 um 20:00 Uhr mit einer Performance eröffnen: Dabei wird sie sich auch auf den zweistöckigen Ausstellungsraum beziehen. Dieser mittelalterliche gotische Stadel befindet sich auf der Mühleninsel in der Isar.

Heather Sheehans Werk vibriert von Geschichte(n), die stets sowohl persönlich, als auch geschichtlich gelesen werden können.
Mehrdeutig umreißt sie existentielle Situationen von Gut und Böse, von Freiwilligkeit und Zwang, und spannt einen Bogen individueller Wahl. Dieser reicht von Isolation, spirituellem Rückzug und Suche nach Sicherheit, bis hin zur Gemeinschaft, welche das Individuum einschränkt durch die Verpflichtung oder gar Verurteilung, Grenzen anzunehmen, die auf bestimmten moralischen oder rechtlichen Konstrukten basieren. Die Geschichte dieser Fragen berührt den Betrachter ganz unmittelbar, auch wenn sie nicht explizit in in den Arbeiten von Heather Sheehan formuliert werden.
Neben Performance und Installation wird als weiterer Schwerpunkt der Ausstellung eine Serie von analogen Schwarz-Weiß-Fotografien mit dem Titel: „barking the willow“ gezeigt, die Heather Sheehan zum ersten Mal öffentlich präsentiert. In dieser fotografischen Selbstinszenierung porträtiert die Künstlerin Transformationen seelischer Zustände durch rituell verfügte Handlungen.
Heather Sheehan wird während der gesamten Dauer der Ausstellung anwesend sein, als lebender Bestandteil ihrer Ausstellungsinstallation.
Die Ausstellung dauert bis 17. Mai 2015 und ist geöffnet Donnerstag bis Sonntag von 15:00 bis 18:00 Uhr.

Landshut, Bavaria, Germany – the Neue Galerie Landshut presents a solo exhibition of works from Heather Sheehan. In her opening exhibition performance on April 24th, 2015 at 20:00, Sheehan will encase herself once again in a person-sized sack and crawl up the stairs to the top floor of the two-story exhibition space, a medieval gothic grange hall situated on Miller Island in the Isar river.
Heather Sheehan’s work vibrates with equivocal stories of good and evil, voluntary and involuntary, both personal and historical. From the individual choice to isolate, enter a spiritual state of seclusion or seek safety to that of society restraining others, to commit or condemn them to confinement based on certain moral and legal constructs. The history of these issues is inescapable, even when not consciously recognized.
The sequence of Black & White analogue photography titled: barking the willow, will be on public view for the first time. The self-staged photowork portrays a psychic transformation through ritualistic enactments.
Heather Sheehan will be present, at work, as live component of her installation environment for the duration of the exhibition from April 25 to May 17, 2015.


http://heathersheehan.com/

 

Heather Sheehan
sack-rope-stone

 

‚in muddier years‘, 2015
00:5:06
performance documentation Gotische Stadel, Landshut, Bavaria, Germany

part of ’sack-rope-stone‘
on-going installation / performance series, 2014-2016

sack-rope-stone
on-going installation / performance series, 2014-2016

I have constructed a person-sized sack. I have sewn myself inside it, remaining confined there. I have worked in the seclusion of the sack and documented the experience. The empty sack has been hung up, at varying locations, sometimes tethered by a large stone, to balance in the open air.

‘sack-rope-stone’ is both prop from performance as well as work of sculpture. The sack has been imparted with the experience, by my actions, of containing a live person. As an object of sculpture, it embodies and represents ideas on the subject of safety and confinement.

As individuals, we choose at times to isolate ourselves, to enter a spiritual state of seclusion or to seek safety. As a society, we decide to restrain others, to commit or condemn them to confinement based on certain moral and legal constructs. The history of these issues is inescapable, even when not consciously recognized.

‘sack-rope-stone’ poses as an image of restraint, directly visible. The sack is itself captive, fixed in place by the rope and the weight of the stone. Wind causes the sack to struggle against these restraints. The counter weight helps the sack to remain safely out of harm’s way, holding it balanced at a height out of reach. The tension of this state is ever-present, the positive and negative united in sculptural form.

As the sack sways in the winds, it vibrates with equivocal stories of good and evil, voluntary and involuntary, both personal and historical.

sack-rope-stone

http://heathersheehan.com/works-2012-present/sack-rope-stone

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Michiel van der Zanden | Nick J. Swarth

artworks & poems


MICHIEL van der ZANDEN | NICK J. SWARTH

artworks and poems

Kuratiert von Dorien Eggink und Paul Hagenaars,
Stichting Idee Fixe, Breda (NL)
Eröffnung: Freitag, 22. Mai 2015, 20:00 Uhr
Einfuhrung: Paul Hagenaars
Gedichte: Nick j. Swarth
Hierzu sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen!
23. Mai – 7. Juni 2015
Do – So 15:00 – 18:00 Uhr

Michiel van der Zanden
Malerei, Skulptur & Video


Malerei

Skulptur

Video

Michiel van der Zandens Gemälde und Skulpturen sind eine bizarre Verbindung von realistischer Malerei und computergenerierter Bildproduktion.
Häufig verwendet er in seinen Gemälden vertraute Gebäude oder landschaftliche Orientierungspunkte als Bildgegenstand – aber diese sind stets mehr als einfache Landschaft oder Stadtansicht. Mit Hilfe eines Computerprogramms werden diese ursprünglichen Objekte und Kompositionen in einem leeren, beinahe unheimlichen Raum isoliert, in dem die Gesetze der Physik und Architektur irgendwie beugsamer als in der Realität scheinen. Schließlich werden sie vom Künstler wieder in Acryl- und Ölbilder überführt. Das Ergebnis ist eine Malerei, die unmögliche Blickpunkte eröffnet, welche nur in einem Computer-Programm eingenommen werden können. Van der Zandens Geschick, glatte Objekte und sanft entschwindende, scheinbar endlose Hintergründe gegenüberzustellen, macht diese Irritation umso erschütternder.

Upstairs we introduce to you: Michiel van der Zanden he lives and works in Breda.
In his work he often starts by making a 3D sketch in the computer of a situation from daily life. Later he uses this image as a base for a highly realistic painting in acrylic or oil paint. This approach give his work a special kind of absurdistic feel. You might have seen an example of this in the picture of a caravan in the article in the Landshuter Zeitung.
Since last year van der Zanden has taken a new direction. Now he focuses more on abstract form and subjects, looking into objects or shapes in public space. Everybody will recognize these objects as specially designed or formed like a bench in the park, a chewed out gum or a fountain. Like in the fountain on the video upstairs, which he measured and photographed in detail, and afterwards setup as a 3D model an rendered in minute detail to a surrealistic version of reality.
(Dorien Eggink)

Nick J. Swarth
Drawings, Objects & Poems


Drawings

Dirt Drawings & Objects

In einem harten Gegensatz zu van der Zanden’s fein kalkulierten und penibel umgesetzten Bildern und Skulpturen stehen die Arbeiten von Nick J. Swarth. Er nennt seine künstlerische Arbeit: „Shabby Art That Falls Apart“, also „abgenutzte, schäbige Kunst, die auseinanderfällt‘. Er stellt sie aus billigen Materialien und Fundstücken, insbesondere Wegwerfartikeln zusammen. So bekommt das Unschöne, das Schmutzige ein zweites Leben in absurden, verletzlichen Collagen sowie in dunklen ‚Dirt Drawings“, in denen er auch Zustände in den westlichen Gesellschaften reflektiert. Letzlich stellen seine Arbeiten auch die Vorstellungen von künstlerischem Wert und Schönheit in Frage. Nick J. Swarth arbeitet interdisziplinär und ist auch als Dichter bekannt.
Die Ausstellung am 22. Mai um 20:00 Uhr wird deshalb auch mit einer kurzen Lesung einiger seiner Gedichte eröffnet. Der Eintritt ist frei.

Nick J. Swarth started out as a poet, and he still is. He is also a performer and word artist. Only the last 2 years he added sculpture and drawings to his works.
“Shabby art that falls apart”, its a term he himself invented to discribe his works. A title that also refers directly to the way Swarth makes his art. You will often find him in the city where he collects kinds of stuff thrown away in the streets. These “Found Objects” are the base material for his art. In this way the seemingly worthless material is given a second life in crazy dadaistic collages and sculptures you can see displayed here.
Cohesion is important part of the art of Swarth. A lipstick will become part of a still life, a shoe will become a vase for strange flowers, a spot on some paper is often the start of a dirt drawing as Swarth will call them. You can look at all the works separately, but the artist will always present them in a series or as a part of a well though trough composition.
You can expect of a word artist like Swarth the titles are an important part of the work it self, referring to other art, literature or politics. With his dark and fragile collage work Swarth reflects on western society and the disposable attitude and question the fragility of the system.
Art with an edge is what makes Swarth tick. That is why he is one of the favorite artists of IDFX.
(Dorien Eggink)
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Erwin Legl

Skulptur und Zeichnung


ERWIN LEGL

Skulptur und Zeichnung

Eröffnung: Freitag, 19. Juni 2015, 20:00 Uhr
Einführung: Franz Schneider20. Juni – 12. Juli 2015, Do – So 15:00 – 18:00 Uhr

Finissage am 12. Juli 2015, 16:00 Uhr mit Künstlergespräch

Skulptur und Zeichnung
Erwin Legl

Vordergründig scheint Erwin Legl eine abstrakte Formensprache zu wählen, dennoch finden seine Skulpturen und Zeichnungen ihren Ausgangspunkt im Gegenständlichen.
Mit den Plastiken zeigt Erwin Legl Arbeiten, die einerseits den architektonischen Raum aufnehmen und die sich andererseits eher sperren. Verschiedene Trägermaterialien geben eine formale Tendenz vor, das bildnerische Ergebnis entsteht planfrei. Erinnertes, Erdachtes wird zur gegenwärtigen fragilen Gestalt. Die Zerbrechlichkeit der Materialien Gips und Holz entspricht einer reduziert poetischen Formensprache.
Die Zeichnungen sind keine Werk- oder Arbeitsskizzen sondern stehen für sich, ambivalent zwischen Sich-Entziehen und Präsenz oszillierend.

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