Kyle Egret · Harriet Groß | Klang_Konstellationen

18. Juli (E) – 9. August 2026
Fr – So 14 – 17 Uhr · Do 18 Uhr

Eröffnungsmatinée am Samstag, 18. Juli, 11:00 Uhr
Es spielen: Helmut Geiger und Manoush Assefjah


Klang_Konstallationen

„Was passiert eigentlich, wenn die Flüchtigkeit eines Tons auf die Unwiderruflichkeit einer Linie trifft? Wo berühren sich die unsichtbare Frequenz von Musik und die handfeste Geste auf einer Leinwand? Die Ausstellung Klang_Konstellation bringt die Arbeiten von Kyle Egret und Harriet Groß in einen direkten, fast schon intimen Dialog. Sie bricht die klassischen Grenzen zwischen dem, was wir hören, und dem, was wir sehen, einfach auf. Beide Positionen verbindet die Suche nach einer gemeinsamen Sprache: Sie machen Schwingung sichtbar und geben der Abstraktion einen Rhythmus.


Harriet Groß erkundet den Raum mit der puren Präzision der Linie. Ihre Arbeiten, die sich oft als fragile, raumgreifende Notationen in Form von feinen Zeichnungen oder ortsspezifischen Installationen zeigen, wirken wie visuelle Partituren. Sie fangen Momente von Stillstand und Bewegung ein,lauschen der Umgebung,den ihr eigenen Rhyhtmus ab. Dabei folgt sie der Dichotomie von Chaos und Ordnung, mal werfen zarte Schatten leise Akkorde an die Wand, dann wieder formen sich fast tösende Wellen, die beim Betrachter wie ein grafisches Echo nachwirken.

Kyle Egret dagegen übersetzt die Dynamik von Musik, Frequenzen und Harmonien analog ins Visuelle. Seine abstrakten und figürlichen Arbeiten entstehen aus einem sehr prozesshaften, fast rituellen Akt, bei dem die Linie selbst zum Resonanzkörper wird. Inspiriert von Musiktheorie, komplexen Akkordstrukturen und der rohen Energie der Improvisation baut er visuelle Schichtungen auf. Wo sich die Abstraktion verdichtet, schimmern immer wieder figürliche Elemente durch, die dem Fluss der Linien einen menschlichen, greifbaren Anker geben. Es ist ein lebendiges Zusammenspiel, das die Leinwand in eine fühlbare Tonspur verwandelt.

Der Titel Klang_Konstellation ist dabei Konzept und Anordnung zugleich. Wie Noten in einem Akkord reagieren die Arbeiten von Egret und Groß aufeinander. Der Klang liefert das unsichtbare Raster, den emotionalen und theoretischen Impuls, während die Konstellation das Ganze im Raum verankert, als präzises Zusammenspiel von Formen, Linien und den leeren Zwischenräumen. Die Ausstellung lädt dazu ein, Kunst nicht als starre Objekte zu konsumieren, sondern sich auf ein dynamisches System aus Resonanz und Nachhall einzulassen.“


Kyle Egret (links): Silent Witnesses, 2025, Acryl auf Leinwand, 120 x 90 cm. Foto: Kyle Egret.
Harriet Groß (rechts): Notationen 006/CDMX, 2026, Tusche /Cutter Zeichnung auf Papier, 33 x 48 cm. Foto: Hans-Georg Gaul.

Facebook