Kategorie: Aktuelle Ausstellung

Monika Kapfer · Katharina Weißhäupl

Raumbezogene Arbeiten · 14. Oktober – 6. November 2022

Monika Kapfer

geboren 1970  in München, Studium an der Akademie der Bildenden Künste München und der Universidad Complutense de Madrid Faculdad de Bellas Artes, Meisterschülerin bei Günther Förg.
Preis der Stiftung Villa Romana (artist in residence in Florenz), Debutantenförderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst.
Ankäufe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Kunst am Bau-Projekte, Ausstellungen im In- und Ausland.

„’We see with our legs.‘ Dieses Zitat des Biologen und Philosophen Humberto R. Maturana ist mir schon vor vielen Jahren begegnet, und ich betrachte es als so etwas wie das Motto meiner Arbeit. Für mich bedeutet es, dass wir die Welt (und die Kunst) mit dem ganzen Körper, dem ganzen Da-sein erfahren. Deswegen entwickle ich gerne raumbezogene Installationen – dem Raum, in dem ich mich befinde, von dem ich ein Teil bin, füge ich eine weitere Ebene hinzu, eine zusätzliche vielleicht unerwartete Wirklichkeit. Wenn ich mit dieser in Beziehung trete, kann es passieren, dass sich wiederum ein innerer Raum öffnet… „(Monika Kapfer)

Katharina Weißhäupl

geboren 1972 in München, beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit dem Raum an sich. Sie setzt sich direkt mit dem jeweiligen Ort auseinander, in einer Art kontemplativem Zwiegespräch. Die Geschichte des Raumes vermischt sich mit der Geschichte und Sichtweise der Künstlerin. Sie spielt dabei mit Verweisen und formalen Möglichkeiten, öffnet unbemerkt Zwischenräume. Für ihre minimalistischen Skulpturen und Interventionen verwendet sie meist Alltagsmaterialien wie Plastiktüten, Strohhalme, Papier und Wollfäden. Sie setzt diese auf den Raum bezogen so ein, dass eine völlig neue Perspektive entsteht: eine Parallelwelt, Erinnerung oder hinterlassene Spur. 1993 – 2000 studierte sie Bühnenbild und Bildhauerei an der Kunstakademie Stuttgart, von 2000 – 2002 besuchte sie die Glasgow School Of Art, es folgten Aufenthaltsstipendien in der Schweiz, Neuseeland und Polen. 2003 erhielt sie den Leonhard- und Ida-Wolf-Gedächtnispreis LH München. Die Künstlerin lebt und arbeitet in München.
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Mojé Assefjah – Embrace of Memory

9. September (Kunstnacht) – 3. Oktober 2022



„In der Regel malt Mojé Assefjah auf unbehandeltes Leinen, manchmal aber auch direkt auf die Wand. Je nach Hintergrund treten die Flächen stärker oder schwächer hervor. Die Farben jedoch sind so ausdrucksstark, als ob man ihnen das Stoffliche ansieht. Mit der Entscheidung für die Ei-Tempera-Technik geht bei Mojé Assefjah eine intensive Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte einher. Zwar findet sich auch die persische Miniaturmalerei als ein Einfluss, doch vor allem sind Assefjahs Bilder ein Dialog mit der europäischen Kulturgeschichte.; sie bezieht sich weniger auf die Abstraktion, als etwa auf die Renaissance. Waren bereits die Werke der Renaissance Fenster zur Natur, so öffnet Assefjah ein weiteres Fenster.“
Annette Hoffmann


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Im Grunde nichts… – in Hildesheim

Auf Einladung der Neuen Galerie Landshut:
24.04.2022 – 22.05.2022, Galerie im Stammelbachspeicher Hildesheim
Sabine Straub, David John Flynn, Ulrike von der Osten
„Im Grunde nichts …“

 

Sabine Straub – Morphing XXVII (Edelstahl-Pulverbeschichtung, 140 x 170 x 160, 2020), Ulrike von der Osten – traffic (Acryl auf Leinwand, 80 x 100, 2021)

Ein wichtiges gemeinsames Moment in der Arbeit von David John Flynn, Sabine Straub und Ulrike von der Osten ist der Prozess der Werk- und Bildfindung. David John Flynn entwickelt aus einer Mischung von additivem und substraktivem Bildaufbau schwebende Bildräume, in deren Tiefe der Betrachter gezogen wird. Ulrike von der Osten lässt durch das Durchdringen von Farbe und Form abstrakte Farbgefüge entstehen. Ihre Flächen reagieren miteinander, überlagern sich, verschwinden. Die Bildhauerin Sabine Straub dagegen faltet aus filigranen, scheinbar unendlichen Linien großformatige Skulpturen, die wie Zeichnungen im Raum pulsierende Körper bilden.

David John Flynn, geboren 1952 in Manchester, USA lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in München; Sabine Straub, geboren 1963 in Köln, lebt und arbeitet als Bildhauerin in München; Ulrike von der Osten, geboren 1962 in Hildesheim, lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Offenbach.

Die Ausstellung kam auf Vermittlung durch die Neue Galerie Landshut zustande.

 

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Marijke Hooghwinkel · Anneke Hendrikx

13. Mai – 5. Juni 2022

artists exchange w/ Stichting IDFX, Breda, NL


MARIJKE HOOGHWINKEL
Klanginstallation mit Videoprojektion & Zeichnungen

Marijke Hooghwinkel lebt und arbeitet In Breda, Niederlande.

Bildende Künstlerin, Dichterin & Organisatorin „1m2 Podium“.
In ihrer visuellen Arbeit verwendet sie Konzepte wie R o u t e , M.O.N.I.T.O.R.I.N.G. und ‚Vloer werkt‘. Themen Unterwegs und ‚Ruimte‘. Je nachdem, was sie untersucht, entstehen Zeichnungen , bewegte Bilder und Sound/Klang.
Sie ist inspiriert von Gedanken, Bäumen, dem Weltraum [‚Ruimte], Regen und dem Leben selbst, von persönlichen Erinnerungen und Beobachtungen.

Neu seit 2020 bis heute“ : #aspectsvanonderweg. #vaartderlijn, die sie im Rahmen eines Projekts mit Ton und Videobildern präsentiert.


ANNEKE HENDRIKX
Malerei

A. H.: Für mich ist die Malerei ein Prozess, bei dem der Akt im Mittelpunkt steht. Das Forschen und Experimentieren mit selbst hergestellter Tinte und Farbe, mit Farbstoffen aus gesammelten oder selbst angebauten Pflanzen, ist für mich unerlässlich. Das Zusammenbringen von Tusche und Farbe auf Papier und Leinen ist ein überraschendes Spiel aus Fließen und Erstarren, Vermischen und Abstoßen, Dominanz und Unterwerfung, Verschmelzung und Auflösung. All dies wird durch mein Handeln beeinflusst. Die Entdeckung, dass Dinge passieren, entstehen, weil ich Materialien zusammenbringe, fasziniert und inspiriert mich. Meine Werke sind keine Bilder, sondern das Ergebnis der Begegnung zwischen meiner körperlichen Aktion und den von mir verwendeten Materialien. Meine Arbeitsmethode ist einheitlich, das Endergebnis bleibt jedoch immer ungewiss. Form und Inhalt sind frei, aber die Farbe und die Stärke des Materials bestimmen das Bild.

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VERORTUNG – Antje Blumenstein · Anton Quiring

9. April – 1. Mai


ANTJE BLUMENSTEIN

Die Linie als Mittel der räumlichen Darstellung bildet die Grundlage der künstlerischen Arbeit von Antje Blumenstein. Gefalzte Papierarbeiten entstehen gleichermaßen wie lineare Objekte aus Neon, Kunststoff und Alurundstäben. Der gefaltete Raum und architektonische Formen bilden die Grundlage. Dabei spielen die Aspekte Licht und Schatten eine immer größere Rolle. In Landshut werden orangerote Plexiplatten auf dem Boden platziert und diese mit der Säge angeritzt – dabei entstehen Formen/Linien wie bei den Papierarbeiten mit geraden Linien. Diese Linien werden leuchten, da das Plexi ein floureszierendes Plexi ist und somit Kanten und Sägespuren leuchten.


ANTON QUIRING

Das Werk von Anton Quiring ist geprägt durch die Verwendung von Industriematerialien. Er arbeitet mit diesen in den Raum hinein. Die Ausstellung ist eine künstlerische Komposition mit Objekten für diese Zeit an diesem Ort. Der Raum besitzt die gleiche Wertigkeit wie die darin installierten Arbeiten. Der Künstler nutzt verfügbares Material und seziert es – nutzt die Materialität in ihrem reinen Charakter. Der Raum samt Betrachter wird damit analytisch ergründet.

Besprechung der Ausstellung auf Schabel KulturBlog

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JiYoun Lee – Noiseless Floating

artist exchange w/ IDFX, Breda (NL)

IDFX-Exchange
Lee Jiyoun
Fr 18 Mär ’22 bis Sa 09 Apr ’22
Veilingkade 8

Von Freitag, 18. März, bis Samstag, 9. April 2022, findet eine weitere Ausstellung im Rahmen des langjährigen Künstler-Austauschs in der Galerie von Stichting IDFX, Breda (NL) statt.

Die Künstlerin JiYoun Lee, war nach einer Einzelausstellung 2018 zuletzt mit einigen Arbeiten 2020 in der Gruppenausstellung „Unternehmerinnen II“ von (BELLEPARAIS, Julia Lachenmann, München) in der Neuen Galerie Landshut zu sehen.

JiYoun Lee sagt  über ihr Werk:

Im Prinzip arbeite ich mit Dingen, die keinen Wert haben, die lächerlich, unbedeutend sind, im Raum, in der Gegenwart. Sie evozieren das, was vergeht, sich bewegt, geschieht…, auf eine flüchtige, prekäre Weise. Durch das Absurde versuche ich, sie feiner, subtiler zu machen.

Auf diese Weise wird das Werk bedeutsam und lesbar. Manchmal wird es auch ironisch. In manchen Stücken gleitet die Zeit geräuschlos dahin. Es gibt keine großen Dinge, die auftauchen. Nur ein aufmerksamer Blick erlaubt es, Zustandsveränderungen durch einfache Hinweise zu entdecken. Ein aufmerksamer Blick kann Zeichen entdecken, die auf etwas hinweisen, das nicht zu ignorieren ist, auch wenn es banal erscheinen mag, und das schließlich nicht unbedingt lächerlich ist. Es ist paradox. Diese Arbeit beharrt auf dem Wesentlichen.

Bilder der Vernissage am 18. März in Breda

 

Alle Fotos der Vernissage: (c) Martijn Stadhouders

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Anton Kirchmair

ZEICHNEN NACH GEHÖR UND ANDERE LEICHTIGKEITEN

Verlängert bis 3. April!

Sonntag, 3. April, 16 Uhr:

Abschiedskonzert der Extraklasse:
es spielen
DEBASISH GANGOPADHYAY und PAUL ZAUNER



(Eintritt frei – wir bitten um Hutgeld)

Debasish Gangopadhyay. Foto: A. Kirchmair, privat
Paul Zauner. Foto: TJ Krebs

Anton Kirchmair
ZEICHNEN NACH GEHÖR
UND ANDERE LEICHTIGKEITEN
Soft Opening:
am Freitag, 4. März 2022, 18 – 21 Uhr
Einführung und Künstlergespräch:
19 und 20 Uhr
Hierzu sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen!
Ausstellungsdauer: 5. März – 27. März 2022
Fr – So 14 – 17 Uhr, Do 18 – 20 Uhr

Anton Kirchmair

Anton Kirchmair ist dem Landshuter Kunstpublikum seit langem gut bekannt. Nicht nur hatte er in den 80er und 90er Jahren sein Atelier in Untergangkofen, er machte sich zu der Zeit auch rasch einen Namen mit innovativen, häufig performativen Kunstaktionen in serieller Malerei, sowie dem spektakulären „Projekt Kurbelwelle“. Bereits hier sah man eine Kunst, die mit möglichst einfachen Mitteln ein ephemeres Erscheinen erzeugte, welches zugleich auf den wesentlichen, unsichtbaren Kern der Dinge verwies. Dem Leichten, Flüchtigen, Verborgenen nähert er sich bis heute in unendlich vielen künstlerischen Bewegungen an, umkreist es mit Sorgfalt, befragt es mit Demut, bis es eine Ahnung seines inneren Wesens preisgibt; dieses wird jedoch nie direkt sichtbar – es vermittelt sich in seinen fragilen Umhüllungen, seinen changierenden Schattenlinien, seinen zurückgenommenen Farbspuren. Im Leichten verbirgt sich das Gewicht der Welt und offenbart sich dem behutsamen Blick. Es überrascht nicht, dass die Arbeiten Anton Kirchmairs in Ausstellungen in Tokyo und Sapporo, sowie gemeinsam mit japanischen Künstlern in der Neuen Galerie Landshut zu sehen waren. Diese künstlerische Zusammenarbeit begann bereits 1986, und erreicht nun, nach einer Reihe von Ausstellungsbeteiligungen und 25 Jahre nach der letzten Einzelausstellung im Gotischen Stadel auf der Mühleninsel, einen ganz besonderen Glanzpunkt mit „Zeichnungen nach Gehör und anderen Leichtigkeiten“, darunter eine weitläufige skulpturale Rauminstallation.

Die Ausstellung von Anton Kirchmair dauert bis zum 27. März und ist geöffnet freitags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr, donnerstags von 18 bis 20 Uhr.

Roland H.H. Biswurm im Gespräch mit Anton Kirchmair (c) BR 2 kulturLeben

Anton Kirchmair ist dem Landshuter Kunstpublikum seit langem gut bekannt. Nicht nur hatte er in den 80er und 90er Jahren sein Atelier in Untergangkofen, er machte sich zu der Zeit auch rasch einen Namen mit innovativen, häufig performativen Kunstaktionen in serieller Malerei, sowie dem spektakulären „Projekt Kurbelwelle“. Bereits hier sah man eine Kunst, die mit möglichst einfachen Mitteln ein ephemeres Erscheinen erzeugte, welches zugleich auf den wesentlichen, unsichtbaren Kern der Dinge verwies.

Vor 25 Jahren zeigte Anton Kirchmair in einer rinnerungswürdigen Ausstellung in der Neuen Galerie Landshut eine serielle Reihung hölzerner Behältnisse, menschengroße Schoten aus Pappelsperrholz, jede in ihrer Form etwas unterschiedlich. Bergende Umhüllungen, in Futteralen nochmals geschützt, boten sich dar, formten eine Wellenbewegung, die wie ein einziger atmender, pulsierender Körper wirkte.

Dem Leichten, Flüchtigen, Verborgenen nähert sich Anton Kirchmair bis heute in unendlich vielen künstlerischen Bewegungen an, umkreist es mit Sorgfalt, befragt es mit Demut, bis es eine Ahnung seines inneren Wesens preisgibt; dieses wird jedoch nie direkt sichtbar – es vermittelt sich in seinen fragilen Umhüllungen, seinen changierenden Schattenlinien, seinen zurückgenommenen Farbspuren. Im Leichten verbirgt sich das Gewicht der Welt und offenbart sich dem behutsamen Blick.

Dabei geht es immer auch um eine Befragung dessen, was da ist: was macht es, was kann ich damit machen.

Von Marshall MacLuhan stammt die Aussage: „The medium ist the message – das Medium ist die Botschaft“.

Nun ist das Medium immer zuerst, wie sein Name schon sagt, ein Medium, ein Mittel zur Erweiterung des eigenen Körpers – und nirgends wurde dies deutlicher als in seinem Projekt Kurbelwelle, wo er in körperlich und geistig extrem anstrengender Weise sich entgrenzte und mit seinen Armen, ja mit seinem ganzen Körper eine mechanische Bewegung ausführte und eine ganze umlaufende Hallenwand mit schwarzer Farbe in eine umlaufende Kurbelwelle verwandelte.

Die Befragung des Mediums, des Werkzeugs nach seiner Anwendbarkeit, nach seinen Möglichkeiten, die über die ihm zugeschriebene hinausgeht, ist ein wesentlicher Impuls und Antrieb – sei es die riesige Radiernadel, die bei offensiven und impulsiven Behandlung der Radierung Fetzen herauslöst, die wiederum eine eigene visuelle Inspiration für eine neue Serie ergibt, sei es das spröde, nach Vasari eigentlich ungeeignete Kohlestück (denn nach Vasari muss sie weich und geschmeidig sein), welches dann gerade in einer scheinbar ruppigen, in Wirklichkeit extrem konzentrierten Behandlung zu feinsten, zartesten Bildergebnissen führt – oder seien es die neuen, für die Ausstellung titelgebenden „Zeichnungen nach Gehör“, die aus einer einzigen Linie bestehen, und die wie seismographische Linienführungen wirken – und es tatsächlich sind, nämlich die augenblickliche Niederschrift eines impulsiven Ausbruchs – immer ist es das Material und das Werkzeug, welches so lange befragt wird, bis es eine überraschende Möglichkeit der Verwendung und des Ausdrucks preisgibt.

Dass sich dies in langen, manchmal mühsamen, oft abenteuerlichen, spannungsgeladenen Versuchsreihen geschieht, wo es auch viele Fehlversuche gibt, macht die Ergebnisse umso packender, bewegender und unausweichlicher.

Dass hier ein aleatorisches Element, der Zufall in der Versuchsreihe, eine Rolle spielt, macht die Arbeiten und Serien nicht beliebig – im Gegenteil – es wird spürbar, dass in Ihnen die Kontingenz der Welt enthalten ist, das nicht Steuerbare, das, was wir nicht in den Griff bekommen, das Uneindeutige, das Geheimnis – oder, wie in manchen Arbeiten –das Verborgene, die Rückseite der Dinge, die Anton Kirchmair nicht verachtet, sondern ihr einen ganz besonderen Rang verleiht, – wie einem Vogel, der aus dem Nest gefallen ist – und auch in ihr die bildnerischen Entfaltungsmöglichkeiten befragt, entwickelt und zu einer neuen Serie weiterentwickelt.

Diese Behutsamkeit, dieser Wert, den er den Dingen verleiht, wird auch in diesen seltsamen Gebilden spürbar, die aus feinst bearbeiteten Einfachheiten bestehen, die sich vorwitzig hervorschwingen, sich verketten, vernetzen, den ihnen als Bühne zugewiesenen Raum überziehen und sich mäandernd daraus über den Boden der Galerie fortziehen. Diese einfachen Materialien, das Gefundene, manchmal auch das Wiedergefundene, bis in die Kindheit zurückreichende Materialarsenal ist mit so viel Zuwendung und Behutsamkeit verbunden, auch mit soviel Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit, dass selbst diese bühnenartigen Konstellationen wiederum wie bergende Gehäuse wirken, die diese Kostbarkeit sammeln und bewahren sollen.

Das Leichte, das so ein G.ewicht haben kann, das ist es, was so sehr berührt und einnimmt für Anton Kirchmairs Werk, und wir sind sehr glücklich, unsere künstlerische Zusammenarbeit 25 Jahre nach seiner letzten Einzelausstellung im Gotischen Stadel auf der Mühleninsel, mit diesem ganz besonderen Glanzpunkt wieder zum Leuchten zu bringen. (F.S.)

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MALSO13

Die Idee des Künstler-Kollektivs, die sich durch das gesamte 20. Jahrhundert zieht, entwickelt im Augenblick wieder große Aktualität als Möglichkeit, künstlerische und gesellschaftliche Prozesse zu hinterfragen und offfen zu halten. Die große Ausstellung “Gruppendynamik: Kollektive der Moderne“ im Münchner Lenbachhaus wirft den Blick zurück auf diverse Künstlergruppen des vergangenen Jahrhunderts, die Dokumenta 2022 blickt nach vorn und lädt ein Künstler-Kollektiv ein, die kommende „documenta fifteen“ zu kuratieren.
Selbstorganisierte Künstlergruppen haben auch in der Neuen Galerie Landshut eine lange Geschichte: Von „Kollektiv Herzogstraße“ und „Ex-Neue-Heimat“ über „Warum Vögel fliegen“, „gangART“ und „Mobiliar Linz“  bis „melting borderline“ zieht sich die Präsentation von Künstlergruppen als roter Faden durch die Ausstellungsgeschichte. Im Februar 2022 zeigt die Neue Galerie Landshut in einer zweiteiligen Schau nun Künstler des Münchner Kollektivs MALSO 13.
MALSO13 sind ein Kollektiv von Künstler*innen (2020 gegr. in München) das in wechselnden Besetzungen gemeinsam Ausstellungen verwirklicht.
Es geht vorrangig um den Austausch zwischen unterschiedlichen künstlerischen Positionen, die Verbindung von Ausstellungen mit Konzerten, Lesungen etc. und die Erschließung von neuen Räumen für junge Kunst. Die Erarbeitung und Umsetzung von Projekten in der Gruppe ist dabei ein wichtiges Mittel um Neues und Unerwartetes entstehen zu lassen. Die meisten Künstler befinden sich in der ersten Dekade ihrer Professionalität und können dennoch auf eine beeindruckende Liste von Anerkennungen und Preisen zurückblicken. Viele von ihnen haben bereits ihr Akademiestudium mit Auszeichnung abgeschlossen.

MALSO13 – I

 

4.2. – 13.2.2022 (Soft Opening: Freitag, 4. Februar, 18 – 21 Uhr)

Melanie Chacko, Valentina Eppich, Judith Grassl, Marile Holzner, Heeyoung Jo, Marco Stanke, Pio Ziltz,   | Malerei und Skulptur

2022-02-07_Landshuter_Zeitung_Kollektives_Schaffen

Schabel Kultur-Blog


MALSO13 – II

18.2. – 27.2.2022 (Soft Opening: Freitag, 18. Februar, 18 – 21 Uhr)

Julian Arayapong, Benedikt Gahl, Maximilian Helk, Josef Köstlbacher, Andreas Lech, Young Jun Lee, Jan Rybnicek, Lola Sprenger, Elina Uschbalis

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KAPRIOLEN – Malerei von Rupert Eder und Christian F. Kintz

Achtung: Wegen des Lockdowns musste die Ausstellung leider eine Woche früher schließen. Wir bedauern dies sehr. 

Bitte halten Sie uns und vor allem den Künstlern die Treue!

17. Oktober – 8. November, Do – So 15 – 18 Uhr

Eröffnung am Freitag, 16. Oktober, 19 – 21:30 Uhr. (Einführungen um 19:15, 20:00 und 20:45 Uhr – Terminbuchungen am Ende der Seite)


Malerei, nicht nur auf Leinwand und Papier, sondern auch auf Wellblech, Blei, Glas und Porzellan zeigt die Ausstellung KAPRIOLEN von Rupert Eder  (Dießen am Ammersee) und Christian F. Kintz (Hamburg).

Auch wenn die beiden Künstler in ihren  Arbeiten sicheres Terrain verlassen, ein wenig abheben und zu Luftsprüngen anheben, so landen sie anschließend doch stets wieder sicher auf dem Boden klassischer Malerei.

Beide Künstler sind bereits zum zweiten Mal Gast im Gotischen Stadel auf der Mühleninsel. Mit ihren meist kleinformatigen Arbeiten zünden sie ein Farbenfeuerwerk auf unterschiedlichsten Bildträgern von der Leinwand über das Papier bis hin zu Wellblech, Glas und Blei.
Kapriolen schlagend entführen sie den Besucher augenzwinkernd in die faszinierend intensive Farbwelt der „Holi-Feste“ (Kintz), die alljährlich in Indien den Höhepunkt des Frühlingsfestes markieren, oder lassen ihn teilhaben an minimalistisch- komplexen, seriell angelegten Farbmalereien mit Titeln wie „Einstein“ oder „Orbit“ (Eder). Letztere eröffnen ein dialogisches Ping-Pong-Spiel, das den Betrachter unweigerlich darüber nachdenken lässt, ob nun eigentlich er das Werk betrachtet oder nicht eher das Werk ihn.

Farbe avanciert so bei Eder und Kintz zu einem sinnlich- perspektivischem, ja geradezu haptisch anmutenden Erlebnis und ist immer und vor allem Eines: freudvoll, spielerisch und dennoch tiefgründig.

Die Ausstellung dauert bis 08. November 2020 und ist geöffnet donnerstags bis sonntags von 15:00 bis 18:00 Uhr. Besucher werden gebeten,die jeweils aktuellen Besucherhinweise auf der Website der Neuen Galerie zu beachten.


Rupert Eder


Christian F. Kintz


Reservierung zur Teilnahme an einer der Einführungen:

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