„nah bei“ – Sabine Berr · Helmut Geier · Heribert Heindl

Vernissage mit Musik: Samstag, 25. Juli, 11 Uhr

Sabine Berr, Helmut Geier und Heribert Heindl stellen ab Samstag, 25. Juli 2026 im Künstlerhaus Ganslberg aus

Mit der Ausstellung „nah bei“ eröffnet am Samstag, 25. Juli 2026, um 11 Uhr im Künstlerhaus Ganslberg (Ganslberg 24, 84032 Altdorf) ein neues Kapitel künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Erbe des berühmten Bildhauers Fritz Koenig. Drei etablierte MalerInnen aus München – Sabine Berr, Helmut Geier und Heribert Heindl – haben sich zusammengefunden, um in einem gemeinsamen Arbeits- und Ausstellungsprojekt eigene, eigenständige Positionen zu entwickeln, die sich der Spur Koenigs annähern, ohne sie zu kopieren.

Nah bei der Spur, nicht in den Fußstapfen

Keiner der drei Künstler kannte Fritz Koenig persönlich, auch inhaltliche Berührungspunkte mit dessen bildhauerischem Werk gab es zunächst nicht. Und doch begegnen sie sich in dessen Aura: in der klaren, auf das Wesentliche reduzierten Architektur der Wohn- und Arbeitsräume am Ganslberg, in der schnörkellosen Ästhetik von Bildern, Keramik, Möbeln und Gerätschaften, die dort noch heute spürbar ist. Die Künstlergruppe betont ausdrücklich, dass sie nicht „in den Fußstapfen“ Koenig’schen Schaffens wandeln, sondern „nah bei“ seiner Spur etwas Neues, Eigenständiges schaffen will.

Der Ausstellungstitel greift dabei eine Landshuter Legende auf: den Araberhengst „Nahbay“, einst als „schönstes Pferd der Welt“ gefeierter Weltmeister aus der Zucht Fritz Koenigs vom Ganslberg. Zwischen dem Pferdenamen und dem titelgebenden „nah bei“ entsteht ein doppelbödiges Wortspiel, das Nähe und eigenständige Distanz zugleich markiert.

Drei künstlerische Handschriften

Heribert Heindl setzt auf Geste und Direktheit der Malerei. Sein lapidarer Pinselstrich wird mit Bedeutung aufgeladen – oder erhält sie, ungewollt, durch die Interpretation der Betrachtenden. Einfachheit entsteht bei ihm nicht durch Strenge und Reduktion, sondern durch Freiheit, Transparenz und Lockerheit.

Helmut Geier untersucht Bild- als Weltzusammenhänge. Architektonische Gitterstrukturen schweben über Farbwolken und Pigmentausblühungen und schaffen einen malerischen Raum, den er zugleich ordnet und hinterfragt. Wechselnde Blickwinkel und kippende Perspektiven fordern das Auge der Betrachtenden heraus.

Sabine Berr transformiert Natur zu Geste und Pinselstrich. In Anlehnung an den Begriff „Biotop“ entstehen kleine „Chromotope“ – Orte der Farbe, die wie in ständigem Austausch mit Sonne und Wind wirken: luftige, offene Malereien im steten Wandel.


Rahmenprogramm zur Eröffnung

Die Vernissage am 25. Juli wird musikalisch begleitet: Die Jubilation Singers aus Landshut unter der Leitung von Dr. Joel Schmidt geben einen Gastauftritt, ab 16 Uhr sorgt Baba Chera & friends für Live-Musik.

Mit „nah bei” eröffnen drei etablierte Münchner Malerinnen und Maler – Sabine Berr, Helmut Geier und Heribert Heindl – ein neues Kapitel der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Erbe Fritz Koenigs. Ihre Arbeiten nähern sich seiner Spur an, ohne sie zu kopieren – ganz im Sinne des doppeldeutigen Ausstellungstitels, der auch an den berühmten Araberhengst „Nahbay” aus Koenigs Zucht erinnert.

Ausstellungsdauer: Sonntag, 26. Juli bis Sonntag, 13. September 2026

Öffnungszeiten: bis 16. August Sa./So. 11 bis 16 Uhr, danach nach Vereinbarung

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Neuen Galerie Landshut.

Die Künstlerinnen und Künstlern

Sabine Berr

1987–1994 Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München, 1992–1994 Meisterschülerin, 1994 Diplom. 1995 Stipendium des Hochschulsonderprogramms II. Sabine Berr wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2013 mit dem Dr.-Ulrich-Lechner-Preis und 2014 mit dem Kulturpreis Starnberg. 2015 erhielt sie ein Stipendium des Tyrone Guthrie Centre in Irland, 2022 ein Stipendium im Rahmen von „Neustart Kultur“ des Kunstfonds. Sie nahm 2011 am Symposium Kunstdingertage in Pertolzhofen teil. 

Helmut Geier

Geboren 1966 in Meran, Italien. 1985–1992 Studium der Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste München, 1992 Diplom als Meisterschüler bei Prof. Reipka. Studienaufenthalte in Barcelona und Rom (1993/2000). Helmut Geier lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in München und unterrichtete von 2014 bis 2020 an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Freising. Seit 2014 ist er Dozent für Malerei und Zeichnung an der Akademie der Bildenden Künste an der Alten Spinnerei, Kolbermoor, seit 2017 zusätzlich an der Kunstakademie Kloster Neustift in Südtirol. Werke von ihm befinden sich in zahlreichen öffentlichen und institutionellen Sammlungen, darunter das Museum Morsbroich Leverkusen, die Städtische Galerie im Lenbachhaus München, die Artothek München, die Sammlung des Europäischen Patentamts sowie Unternehmenssammlungen wie Münchener Rück, Telekom und Osram. Zu seinen jüngeren Werkgruppen zählen die geometrisch-farbintensiven Bildserien zu Dodekaedern und verdrehten Doppelzylindern sowie feingliedrige Papierarbeiten mit netzartigen, biomorphen Strukturen.

Heribert Heindl

Heribert Heindl studierte von 1987 bis 1994 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Professor Helmut Sturm, von 1999 bis 2005 war er dort Assistent bei den Professoren Julião Sarmento und Günther Förg. Nach großformatigen, raumbezogenen Plakatübermalungen – gezeigt unter anderem im Kunstverein München, in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München und in den Ateliers d’Artistes in Marseille – sowie der Entwicklung architekturbezogener Farbkonzepte, etwa für den U-Bahnhof Messestadt West und das Berufsschulzentrum Riesstraße in München, widmet er sich seit 2001 verstärkt wieder der Malerei auf Leinwand. Seine Arbeiten verstehen sich als eigenständige Reflexion von Malerei selbst: Bilder, die frei von Abbildhaftigkeit ihre eigene Bildwerdung zugleich zeigen und befragen. Wie es der Kunstkritiker Peter T. Lenhart formulierte, verhandeln Heindls Arbeiten auf jedem einzelnen Bild aufs Neue, was ein Bild eigentlich ausmacht – zwischen rudimentärer Figuration, ikonischen Formen und lapidar gesetzten Farbflecken.

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