Eröffnung am Freitag, 8. September (Kunstnacht) 20:30 Uhr
9. September – 1. Oktober 2023
DO 18 – 20, FR – SO 15 – 18 Uhr
INGE JAKOBSEN
Malerei und Objekt
„Gleichklang“ und „ Komplementarität“ sind die tragenden Themen der ausgestellten konkret anmutenden Arbeiten. Malerische und formale Gegensätze ergänzen sich, widersprechen, vibrieren, energetisieren, schaffen imaginäre oder auch reale Räume. Inge Jakobsen, 2023
ELVIRA LANTENHAMMER
Siteplan
Lantenhammer bewegt sich in der Tradition der Farbfeldmalerei, und folgt mittlerweile hrem ganz eigenen Weg der insbesondere von ihrer Beschäftigung mit östlicher Philosophie und dem Zen-Buddhismus geprägt ist. Sie untersucht ausgehend von der Beschäftigung mit der Farbmaterie und der handwerklichen Anwendung die Wirkung von Farbe.
Lageplan (siteplan) ist der Sammelbegriff für Elvira Lantenhammers abstrakten Werke. 1996 entwickelt die Künstlerin diesen Begriff für sich. Der Lageplan ist ein „Aktionsraster“, das sich durch Offenheit auszeichnet und den Farben neue Räume erobert.
28. Juli – 20. August · DO 18 – 20, FR – SO 15 – 18 Uhr
Die Ausstellung „Cross Over“ präsentiert aktuelle Arbeiten von Annegret Bleisteiner und Toni Wirthmüller. Nach vorangegangenen Projekten in Maastricht, Dachau und München ist dies eine nächste Station in ihrer künstlerischen Zusammenarbeit.
Das Konzept der Kooperation beinhaltet ein sich von Ort zu Ort weiterentwickelndes System aus der Durchdringung von Körper, Raum und Bewegung. In dieser Work-in-Progress-Verfahrensweise reagieren Bleisteiner und Wirthmüller auf die vorgegebenen Situationen mit Bildern, Zeichnungen, installativen Interventionen und Video-Projektionen.
Annegret Bleisteiner
In ihren Installationen verdichtet Annegret Bleisteiner eine Fülle von uns bekannten Gegenständen und Materialien zu farbenfrohen Raumexplosionen. Dafür greift die Münchner Künstlerin auf die schier unerschöpfliche Palette unserer Alltags- und Konsumkultur zurück. Ganz bewusst lotet sie die Grenzen des (Er-)Fassbaren aus und erschafft lebendige, mahnende, spannungsreiche Räume voller Polarität und Widerspruch, zwischen high and low Culture, großer Kunst und Wegwerfware.
Toni Wirthmüller
Gebrauchte Kleidungsstücke und eine Mixtur aus verschiedenen Stofflichkeiten sind das Trägermaterial für die meist dominierende Farbe Rot in Toni Wirthmüllers raumgreifenden Assemblageanordnungen. Der menschliche Körper spielt eine wichtige Rolle in dieser Arbeit – die textilen Hüllen machen verborgene Spuren gelebten Lebens und intime Verfasstheiten sichtbar, immer verknüpft mit der Geschichte derer, die sie einmal getragen haben. Durch die Methode der Fragmentierung, Montage und Überlagerung mit fotografischen Zitaten vollzieht Wirthmüller einen dekonstruierenden Aneignungsprozess, wodurch eine wirkmächtige Suggestivkraft entsteht.
The sound of wind, the sound of water – and then everything fades away
Mezzotinto-Radierungen der jüngst verstorbenen japanischen Künstlerin Etsuko Fuzuki, sowie Arbeiten von Eiichi Tsujino, Kynia Nakatani, Dagmar Pachtner und Doris M. Würgert.
Etsuko Fuzuki war eine der exponiertesten Künstlerinnen im Austauschprogramm der Neuen Galerie Landshut mit der Aoyama Galerie in Tokio. Sie studierte von 1988 bis 1992 bei dem renommierten Kupferstecher Tsuneo Tamagami, für den sie dann bis 1994 als Assistentin arbeitete. Dort perfektionierte sie insbesondere die Technik der Mezzotinto-Radierung, die sie meisterhaft beherrschte. Ihre Kupferstich-Illustrationen in einer Zeitschriften-Serie mit Märchen von Kenji Miyazawa fanden großen Anklang und begründen Ihre Laufbahn als Künstlerin. Seit ihrer ersten Einzelausstellung „Du solltest nicht töten“ (2001) folgten weitere u.a. in Deutschland, England, USA, Mexiko, Spanien und Ungarn.
Ihre handwerklich perfekten, poetisch wie spirituell berührenden Druckgraphiken fanden auch bei ihren Ausstellungen in Landshut 2002, 2010 und 2013 den Weg in Auge, Geist und Herz der Betrachter. Viele dieser Druckgraphiken haben inzwischen ihren Weg in öffentliche und private Sammlungen gefunden. Etsuko Fuzukis japanischen Freunde und Künstlerkolleginnen haben noch einmal eine Kollektion von Arbeiten zusammengestellt, viele davon artist prints und Sonderdrucke. Es ist die allerletzte Gelegenheit, noch einmal die Mezzotintoradierungen Etsuko Fuzukis in Landshut zu sehen.
Alltägliche Objekte, Materialien, sowie Erscheinungen der Populärkultur aufzugreifen und in neue Kontext zu versetzen, oder auch mit allen handwerklichen Mitteln der Kunst Surrogate des Alltäglichen erscheinen zu lassen – das sind die Strategien von Veronika Veit und Wolfgang Ellenrieder. Im steten Überschreiten von Genre-Grenzen nehmen sie fragwürdige, aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen auf, bearbeiten, verändern und camouflieren sie und konfrontieren den Betrachter mit einer irritierenden Version seiner unhinterfragten Wahrnehmungen. Die technischen Mittel, derer sie sich bedienen, sind jedoch unterschiedlich – sei es als surreal anmutende Collage, als spielerisch-befremdendes Objekt oder als digitale Dystopie. Die Eröffnung der Ausstellung findet ausnahmsweise am SAMSTAG, den 3. Juni um 18 Uhr statt. Die Vernissage beginnt mit einer Musikperformance der Gruppe SULP, von der auch der Soundtrack zu Veronika Veits Videoarbeit „Last Generation“ stammt, die derzeit in der Ausstellung „Jan Walter Habarta – Phantastische Welten“ im LANDSHUTmuseum zu sehen ist.
Wolfgang Ellenrieder: „Bausatz“, 2022, Pigment, Bindemittel und Öl auf Nessel, 175 cm x 140 cm
Wolfgang Ellenrieder: „Modulor“, 2022, Pigment, Bindemittel und Öl auf Nessel, 175 cm x 140 cm
Kunst kann das Leben schöner machen, für alle. Leider hat nicht jeder Kontakt mit Kunst. Um diese beiden Welten näher zusammenzubringen, baut Jordy Koevoets (1984, NL) LEGO-Miniaturen, die von weltberühmten Kunstwerken inspiriert sind. Auf spielerische und zugängliche Weise entdecken Sie die schönen Geschichten aus der Kunst. Mit dem LEGO Stein als effektivem Brückenbauer. Die Miniatursammlung von Jordy Koevoets umfasst jetzt mehr als 50 einzigartige LEGO Miniaturen. Von kleinen Kreationen bis hin zu größeren, komplexen Dekoren. Wenn Sie alle Miniaturen nebeneinander legen, reisen Sie durch die Geschichte der bildenden Kunst. Dieser selbst erfundene kunstpädagogische Ansatz ist weltweit einzigartig. Die LEGO-Ambitionen und verwandte Projekte sind Teil von Jordys professioneller Kunstfertigkeit. Jede Miniatur aus LEGO Steinen ist daher ein Kunstwerk für sich. Jordy Koevoets arbeitet völlig unabhängig und ist in keiner Weise mit der berühmten LEGO-Gruppe verbunden. Die LEGO Gruppe sponsert oder unterstützt ihn nicht bei seinen LEGO Ambitionen. In dieser Ausstellung können Sie fast die gesamte Sammlung sehen. Jede Kreation hat ihren eigenen Text. Sie müssen sicher nicht alle Texte lesen! Schauen Sie sich um und wenn Sie mehr wissen wollen, greifen Sie zum richtigen Text. Kinder können auch ihre eigenen LEGO-Kunstwerke bauen und an der Schnitzeljagd teilnehmen. Die selbstgemachten LEGO-Kunstwerke dürfen auf den Fensterbänken ausgestellt werden. Sie können die Auflösung der Schnitzeljagd an die untenstehende Adresse mailen. Sie könnten einen Preis gewinnen! Für weitere Informationen und Fotos: www.brickartstories.com Instagram: brick_art_stories Email: info@jordykoevoets.com
WOUTER VAN DER GIESSEN
Ikonische Objekte, die jeder besitzen kann, die aber gleichzeitig eine persönliche Geschichte enthalten. Der niederländische Künstler Wouter van der Giessen (1995) reagiert mit seinen farbenfrohen Arbeiten auf unsere Art des Sehens und Erkennens.
Er erforscht diese Ikonen mit einer spielerischen und sich wiederholenden Arbeitsweise. So kann zum Beispiel eine Schnur aus Ty-Raps zu einer Wolke oder zwei Regenschirme zu einem großen Spielzeugkreisel werden. Er schafft ein Bild, etwas mit einem kindlichen Reiz, das man gerne anschaut und das Erinnerungen weckt.
Mit Wandbildern, Skulpturen, Videoarbeiten und gerahmten Wandstücken zeigt Wouter in der Neuen Galerie Landshut unter dem Titel „Covered in colors, everything is blue“ eine große Bandbreite seiner künstlerischen Praxis.
Kunstwerke der Kinder aus der KIDS PARTY und den Workshops
Renate Balda · Malerei und Objekt Astrid Schröder · Malerei, Zeichnung, Installation
Eröffnung am Freitag, 31. März, um 19:30 Uhr Einführung um 20:00 Uhr durch Franz Schneider Hierzu sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen!
Ausstellungsdauer: 1. April – 23. April 2023; Fr – So 15:00 – 18:00 Uhr, Do 18 – 20 Uhr
Finissage am Sonntag, den 23. April, ab 16.00 Uhr „sounds“ – Klangraumkomposition von Hans Balda und Künstlerinnen-Gespräch.
Renate Balda
Renate Balda Studioview 2022
Renate Balda „the experience of just looking“, Kubus 18 x 18 x 18 cm innen, Wandfarbe, Eitempera, Blattgold, Steinzeugschälchen, 2022
Renate Balda nutzt in ihrer Malerei Acryl, Schellacktusche und Blattgold. So entstehen lichterfüllte Farbräume. Von Anfang an geht es ihr um das genaue Sehen und um Tiefe. Alle Akzente, die sich während des künstlerischen Prozesses der Form- oder Farbgebung ereignen, ergeben sich aus den „laws of necessity“ (Yanagi Soetsu) von Hand, Material und Prozess. So wird die Anwesenheit des Menschen sichtbar und gleichzeitig auf das Notwendigste beschränkt. Die Präsenz der Materie erzählt von der Schönheit einer Welt, an der wir Anteil haben.* Sei es bei Ihren Farblithografien, bei denen hauchdünne schraffierte Schichten von Ölfarbe übereinander gedruckt werden, bei ihren keramischen Objekten oder ihren monochromen Gemälden – immer zielt Ihre künstlerische Arbeit darauf ab, die Dimension des Lichts und der Farbe voll zur Geltung zu bringen.
*Renate Balda
Astrid Schröder
Astrid Schröder, Acryl auf Leinwand
Astrid Schröder „3.4.013“, 80×140
Astrid Schröder: Graphit auf Papier
Astrid Schröder: Graphit auf Papier
Astrid Schröders Arbeiten sind an der monochromen Malerei orientiert und streng auf eine Vorgehensweise konzentriert, in welchem sie immer eine formale Komponente wiederholt, aber Farbe und Format variiert. Heute zählt sie zu einer neuen Generation von Künstlern, die in der langjährigen Tradition der konkreten Abstraktion der frühen europäischen Avantgarden und deren Nachfolgen stehen.
Sie hat einen ganz eigenen Modus entwickelt, Gestik und Intuition zu beherrschen. Sehr präzise malt sie senkrechte Linien, eine neben der anderen, jede einen farbgetränkten Pinselstrich lang. So entstehen mehrere Reihen von Linien in einer grundsätzlich geometrischen Struktur. Zuerst scheint ihre Methode emotionslos. Aber das Ergebnis zeigt das Gegenteil: in der kalkulierten Strenge bekommen Monochromie und Linienstruktur eine gefühlsmäßige Präsenz. Musikalität ist eine Grundeigenschaft dieser Bilder, Harmonie eine andere.** In der Neuen Galerie wird zudem eine ganz neue, speziell auf den Raum des Gotischen Stadels hin konzipierte mehrteilige Arbeit zu sehen sein.
Eröffnung am Freitag, 3. März 2023, 19:30 Uhr Der Künstler wird aus Tokio kommend anwesend sein. Einführung: Stephanie Gilles, M.A. um 20:00 Uhr
3. – 26. März 2023, Fr- So 14 – 17 Uhr, Do 18 – 20 Uhr
Duncan Swann
Die Neue Galerie Landshut zeigt ab 3. März die Ausstellung „Changing States“ mit Werken des momentan in Japan arbeitenden Malers und Bildhauers Duncan Swann. Bereits 2016 hatte er in der Neuen Galerie ausgestellt. Nun präsentiert der Künstler neue Werkreihen und experimentelle Arbeiten, die seit dem Ausbruch der Corona- Pandemie entstanden sind. Thematisch kreisen seine Bilder nach wie vor um Fragen zur menschlichen Identität, spiegeln die Unkontrollierbarkeit von Prozessen, die Fragilität des Daseins und die Unberechenbarkeit der Welt. Doch seine Leinwände sind nun entleert. Porträt, Maske und Körper sind verschwunden. Swann streift das Figurative zugunsten einer Abstraktion ab, die in experimentellen Prozessen zur Abbildung von Strukturen führt, die eine chaotische und undurchdringbare, geheimnisvolle, aber existente Ordnung abbilden und daraus die Kraft ihrer Aussage beziehen.
Duncan Swann 1969 geboren in Sheffield, England 2002-2004 Royal College of Art, London Lebt und arbeitet in München, in Sheffield, England und derzeit in Tokio, Japan.
Alle Sitzplätze für die Veranstaltung sind leider vollständig vergeben – es stehen nur noch Stehplätze zur Verfügung. Sonntag, 12. Februar 2023, 15:30 Uhr
Eintritt frei.
Das Wort „Himmel“ öffnet, wie schon seine englischen Übersetzungen in „Sky“ und „Heaven“ zeigen, ein vielfältiges Bedeutungsfeld – von der geographischen Orientierung über das metereologische Phänomen und das metaphorische Vorstellungsbild bis hin zur theologischen Glaubensgewissheit und zur teleologischen Endzeithoffnung.
Während die Ausstellung „Sky, Clouds and Space“ der Landshuter Bildhauerin und Konzeptkünstlerin Dagmar Pachtner vorzüglich die ersten Begriffsfelder in den Blick nimmt, wird Kirchenrat Oliver Spilker davon ausgehend in einem Redebeitrag letztere betrachten.
Anschließend werden Oliver Spilker und Dagmar Pachtner in einem Gespräch mit dem Titel „Sky & Heaven“ den Versuch unternehmen, das ganze Bedeutungsfeld gemeinsam aufzuspannen.
Wegen der begrenzten Anzahl der Plätze empfehlen wir eine vorhergenede Anmeldung unter
Die Landshuter Bildhauerin und Konzeptkünstlerin zeigt im Gotischen Stadel neue Arbeiten der letzten beiden Jahre sowie eine raumbezogene Video-Installation. Ein prozessuales Werkverständnis spricht aus allen Arbeiten Dagmar Pachtners, wo den jeweils streng gesetzten konzeptuellen Vorgaben immer wieder intervenierende künstlerische Entscheidungen und Eingriffe zugemutet werden.
So auch in der aktuellen Serie „sky-scraping“, Fotografien des Taghimmels, die sie ein Jahr lang, immer zur gleichen Zeit und immer den gleichen Ausschnitt abbildend, angefertigt hat. Von ihnen hat die Künstlerin einige ausgewählt und arrangiert sie als raumbestimmende Großformate im oberen Stockwerk der Neuen Galerie, wo sie durch die beinahe monumentale Anordnung der Bildträger den Blick des Betrachters immer wieder verstellen und zugleich führen. Es handelt sich dabei nicht um rein illustrative Abbildungen einer täglichen Himmelssituation: Ab einer bestimmten horizontalen Linie, die von Fotografie zu Fotografie variiert, wurden die einzelnen fotografischen Abbildungen in eine vom Computer vollzogene farbige Fortsetzung überführt, die exakt die Farbpixel, die sich auf dieser festgelegten Horizontlinie befinden, bis zum unteren Bildrand wiederholt. Trotz der Immaterialität des Bildsujets wirkt die Bildfläche dadurch beinahe kristallin und erinnert eher an etwas Gebautes, beinahe Architektonisches, eben Sky-scraper-haftes.
Weitergeführt wird dies in den skulpturalen Kleinplastiken „out of the sky“, streng hingestreckten Metallbändern, in denen dieser Horizont wie um 90 Grad gekippt erscheint, die kristallinen Formationen sich als rein weiße Faltungen in die Waagrechte erstrecken, und die fotografische Ausgangssituation lediglich als – beinahe unsichtbares – Zitat an der Unterseite dieser Metallbänder appliziert wird.
Dagmar Pachtner: „out of the sky“ Ausschnitt (Foto: Rolf Sturm)
An bestimmten Stellen erscheinen in der Ausstellung darüber hinaus Schrift-Bild-Vignetten, die wie beiläufige Kommentare wirken, flüchtig in das Himmelsblau geschrieben. Sie bestehen aus jeweils einem einzigen Ausdruck wie „order“, „demand“ oder „hope“, deren Aufforderungscharakter und Erfüllungserwartung mehr und mehr verunsichert wird und einem zweifelnden, zaghaften Sehnen weicht.
Dagmar Pachtner: „demand“
„sky, clouds, and space“ – an der Grenze zwischen atmosphärischer Flüchtigkeit und skulpturaler Immanenz entziehen sich Dagmar Pachtners Arbeiten einer versichernden Einordnung und erfüllen den sie umgebenden Raum mit irritierender Präsenz.
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