Isabelle Dyckerhoff, O. T., 2023, 80 x 70 cm (unframed)
Isabelle Dyckerhoff, O. T., 2022, Oil on Cotton, 130 X 120 (unframed). Fotos: Florian Huth; VG Bildkunst 2024
Isabelle Dyckerhoff
Wie kann man Farbe malen? Um diese zentrale Frage kreisen die Werke der Malerin Isabelle Dyckerhoff. Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten steht dabei die materielle Präsenz von Farbe, ihre Ausdruckskraft und räumliche Wirkung. Durch experimentelle Vorgänge des Aneinandersetzens, Überlagerns und Wegnehmens von Farbe bzw. Farbflächen gelangt Dyckerhoff zu einer Positionierung, und somit zu der von ihr gewünschten Bildaussage. Jede Farbe steht dabei mit der daneben, der dahinter und der darüber liegenden in Zusammenhang, und natürlich in Zusammenhang mit dem Ganzen. Dyckerhoffs Farben können die Leinwand in relativ regelmäßigen rechteckigen Formen, einem Raster oder Muster ähnlich, bespielen, oder ganz sparsam gesetzt die Frage stellen: Wie viel wenig ist genug, damit ein Bild als Bild funktioniert?
Weiter zeigt die Künstlerin ein Konvolut an Arbeiten auf Papier, die sich mit dem Seriellen, Repetitiven beschäftigen, sowie Übermalungen auf Zeitschriften-Ausrissen, die zum größten Teil eigens für die Ausstellung in Landshut erarbeitet worden sind.
FLORIAN ECKER
Florian Ecker, „Portionierung“ Schwarzer Granit auf Eisenstab, gebraucht, angeschnitten über 2 Achsen, Schnittwinkel 70° zum Original, 80 x 80 x 12 cm, ungebrochen in allen Ebenen.
Florian Ecker, „unbetitelter Barren 6“ 2023, Skulptur aus der Serie Portionierungen, Carrara Marmor gebraucht, angeschnitten über 3 Achsen, Schnittwinkel 70° zum Original 14 x 79 x 38 cm
Florian Ecker
„Was ist Skulptur? Wie entsteht ihre Präsenz, was ist ihr Inneres, wo ihr Ursprung und ihre Aura? In der Betrachtung der Skulptur von innen heraus erfasst man ihre Materialität, empfindet ihr Volumen und sieht ihre Ausstrahlung in den Raum.“ So formuliert Florian Ecker die Grundüberlegungen zu seiner Arbeit.
In einem experimentellen Werkprozeß entstehen auf diese Weise Spuren, die sich aus einem komplexen Geflecht aus persönlichen Beobachtungen und Erfahrungen einerseits und materialtechnischen und wahrnehmungspsychologischen Erkenntnissen andererseits zusammensetzen. Oft entziehen sie sich der visuellen Eindeutigkeit. Dabei spielen Eckers Arbeiten auf sensible Weise mit Erwartungen, Sinnfälligkeiten und subjektiven Bildwelten des Betrachters. Stets positionieren sich seine Skulpturen im Raum, indem sie unterschiedlichste feinsinnige, soziale, politische und architektonische Bezüge eröffnen. Im Spannungsfeld zwischen Masse und sublimem Empfinden erfasst der Betrachter so auf intuitive Weise die Relation zwischen Skulptur und der sie umgebenden Raum.
Skulpturales Bild 2023, Skulpturen, Unikate aus der Werkreihe ‚Skulptural‘, Carrara Marmor, angefärbt zum weiter Färben, Dimension ca. 36 +/- cm, variabel, rückseitig signiert. Fotos: Künstler. VG Bildkunst
3. Mai (Eröffnung) – 26. Mai 2024 Do 18 – 20, Fr – So 15 – 18 Uhr
Finissage mit Sekt und Selters inkl. Künstlergespräch am Sonntag, 26. Mai ab 16:00 Uhr.
Mike Anna (Breda, NL) wird anwwesend sein.
Stichting IDFX präsentiert zwei junge Künstler aus Breda, die sich zwischen Objektkunst, Video und Installation bewegen. „Elastic Saliva“ (etwa mit „elastischer Speichel“ zu übersetzen,) bildet das fluide Medium zwischen analogen, digitalen und virtuellen Welten, wo sich Traditionelles mit Aktuellem ebenso vermischt wie Fakten und Fiktion.
MIKE ANNA
Mike Anna nimmt Elemente aus allen möglichen Wissenstraditionen auf: Kunst, artificial intelligence, volkstümliche Weisheit, Videospiele und Formen von Spiritualität. Indem er diese unterschiedlichen Arten des „Wissens“ zusammenführt, entfalten sich ihre Grenzen und Überschneidungen in poetischen Gesten.
In „MMORPG (Massively Multiplayer Online Role-Playing Game)“, der Installation, die Mike Anna für die Neue Galerie Landshut geschaffen hat, erkundet er den utopischen Traum vom Leben in einer abgelegenen, sich selbst versorgenden Hütte im Wald. MMORPG“ befasst sich mit den Vorzügen und Grenzen von analogen und digitalen Oasen und damit, wie sie einen sicheren Hafen für das private Ausleben unserer Träume, Ängste und Sehnsüchte bieten. Dabei verweist er immer wieder auf die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Welt- und Seinszuständen und auf deren Schnittstellen: Auge, Hand und Mund. Metaphorisches Medium hierfür ist der „elastische Speichel“, der Körper und Maschine, Analoges und Digitales, Organisches und Anorganisches miteinander verbindet.
BENJAMIN SCHOONES
Dies ist auch bei Benjamin Schoones zu beobachten. In seinen Objekten und installativen Arbeiten werden alltägliche, industrielle Massenartikel durch thermische und mechanische Einwirkungen verformt, verflüssigt und in neue Bedeutungsweisen transformiert. In einem ständigen Spiel von Neuanordnung, Überarbeitung und Wiederholung von Materialien und Aktionen wirft er Fragen von Entfremdung, Produktion und Verteilung auf. Im Gotischen Stadel verbinden sich die einzelnen Elemente an manchen Stellen so sehr mit dem Raum, dass dort der Eindruck von zustandsüberschreitenden Synapsen entsteht.
Die farbkräftigen Elemente wiederum, bei denen Vorgefundenes durch Erwärmung und Verformung zu skulpturalen Objekten weiterentwickelt wurde, werden in unterschiedlichen und wechselnden Formationen zusammengebracht und in Konstruktionen platziert, die im Zusammenhang mit dem Raum ganz unterschiedliche Assoziationen zulassen und sich deshalb nur zu temporären Strukturen und Installationen verfestigen.
Dies gilt für die gesamte Ausstellung: Alle Elemente fügen sich zu einer vielstimmigen Erzählung, die sich immer wieder neu konkretisiert und doch stets in Frage gestellt werden kann.
Vanaf vrijdag 12 april tot en met zondag 5 mei vindt er weer een uitwisseling plaats van IDFX met Die Neue Galerie Landshut uit Landshut, Duitsland. Curator Franz Schneider.
Opening op vrijdag 12 april bij Bazar bizAR. om 20.00 u.
Collectief MALSO13, opgericht in 2020. In München. De kunstenaars werken samen om projecten en realiseren ze in verschillende composities in de groep. MalSO13 toont onder andere landschappen, stillevens, abstracte, figuratieve en religieuze schilderijen, maar ook genre-, geschiedenis- en marineschilderijen, historische en maritieme schilderijen, waarvan de werken een visuele structuur van spanning creëren en van nieuwe manieren om kunst te begrijpen. Traditionele kijkgewoonten worden op de proef gesteld en nieuwe nieuwe impulsen wachten op de bezoekers. Het gaat vooral om de uitwisseling tussen verschillende posities. De ontwikkeling en realisatie van projecten in de groep is een belangrijk middel om iets nieuws en onverwachts te creëren.
LINE UP: Julian Arayapong · Lina Augustin · Astrid Bauer · Katharina Burger · Veronica Burnuthian · Florian Donnerstag · Benedikt Gahl · Judith Grassl · Maximilian Helk · Hyundeok Hwang · Heeyoung Rosa Jo · Yonso Jeong · Josef Köstlbacher · Andreas Lech · Youngjun Lee · Sri Maryanto · Patrick Nishnik · Pnik · Aelita leQuement · Regina Rupp · Jan Rybnicek · Lola Sprenger · Marco Stanke · Gülbin Ünlü · Pio Ziltz
MALSO 13 zeigt ca. A3
Von Freitag, 12. April, bis Sonntag, 5. Mai, findet ein weiterer Austausch der IDFX mit Die Neue Galerie Landshut aus Landshut statt. Kurator Franz Schneider.
Eröffnung am Freitag, 12. April, um 20 Uhr im Bazar bizAR.
Kollektiv MALSO13, gegründet im Jahr 2020. Sitz in München. Die Künstlerinnen und Künstler arbeiten gemeinsam an Projekten und realisieren diese in unterschiedlichen Zusammensetzungen in der Gruppe. MalSO13 zeigt Landschaften, Stillleben, abstrakte, figurative und religiöse Malerei sowie Genre-, Historien-, Geschichts- und maritime Malerei, deren Werke ein visuelles Spannungsgefüge und neue Wege des Kunstverständnisses schaffen. Traditionelle Sehgewohnheiten werden in Frage gestellt und neue Impulse erwarten den Besucher. Es geht vor allem um den Austausch zwischen verschiedenen Positionen. Die Entwicklung und Realisierung von Projekten in der Gruppe ist ein wichtiges Mittel, um etwas Neues und Unerwartetes zu schaffen.
En/D
Collective MALSO13, founded in 2020. In Munich. The artists work together to develop projects and realize them in different compositions in the group. MalSO13 shows, among other things, landscapes, still lifes, abstract, figurative and religious paintings as well as genre, history and marine paintings, historical and marine paintings, whose works create a visual structure of tension and open up new ways of understanding art. Traditional viewing habits are put to the test and new new impulses await the visitors. It is primarily about the exchange between different positions. The development and realization of projects in the group is an an important means of creating something new and unexpected.
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Das Ungefähre im Genauen bestimmt keine Regel im Konformen. Falls das Genaue also ungefähr bleibt, was der Regel entspricht, kommt es ungefähr dem Genauen so nah, dass das so ungefähr genau ist das es der Regel entsprechen mag welche genau ungefähr genau zu sein vermag. Exakt. Somit ist das Entsprochene der Ungenauigkeit genauso wie das Ungefähre genau. Was wiederum dem genauem Ungefähren so nah kommt das es nun fast nahezu Regelkonform zur Wirkung kommt. Im Sinne des genauen Ungefähren. Gemalt, gestaltet, entspricht dies wiederum genau dem was ungefähr gemeint gewesen ist. Um dem aber nicht genau, geschweige denn ungefähr nah kommen zu wollen kann es, der Regel entsprechend, genauso gut umgekehrt werden. Somit ist die Umkehrschlussfolgerung der schlussfolgernden Umkehr, genau genommen ungefähr. Was der Regel enstprechend ganz genau ungefähr sein mag. Dies wiederum entspricht ganz genau der ungefähren Genauigkeit welche, der Regel entsprechend, unveränderbar ungefähr genau sein muss, fast. Genaugenommen ist das so ungefähr, das es genau genau wird und bleibt. Also gleich. Das führt dann dazu das wir alle im gleichen Boot zu sitzen vermögen, welches ungefähr genau das Gleiche meint wie vorhin schon beschrieben. Ja. Im Enddefekt ist das kein Defekt des nicht verstanden werden Sollens, sondern ein Ergebnis welches sich im Ausdruck der Arbeiten als ungefähr genau sich stetig erkennen lassen wollen kann. Genau. Ungefähr. A3.
5. April – 28. April 2024 Fr – So 15 – 18 Uhr, Do 18 – 20 Uhr
Eröffnung am Freitag, 5. April, 19:30 Uhr
Jörg Bachhofer
Aufgezeichnet mittels Kohle und Graphit schweben Linien, Striche, Strukturen und Zeichen in Bildräumen, oszillieren teils fragile, teils kräftige Gebilde zwischen zweiter und dritter Dimension, zwischen Fläche und Raum. Ein Vorrat von einfachen, ja minimalistischen Zeichen, eingepasst in oft leere Bildräume bildet das Grundgerüst eines steten Wechsels von Festigkeit und Auflösung, Stillstand und Bewegung… So entstehen lediglich Anmutungen von Landschaftsräumen, von Meer, von instabilen Flugkörpern oder Booten. Dabei steht das Spiel mit den Möglichkeiten der Zeichnung, der Linie und der Fläche im Zentrum von Bachhofers künstlerischer Arbeit, die sich zwischen äußerster Reduktion und dicht gewebten, komplexen Kompositionen bewegt. (H. Göller)
Joseph Stephan Wurmer
Im weiten Spannungsfeld zwischen Transparenz und Geschlossenheit, Außen und Innen, offenbaren die Holzskulpturen von Joseph Stephan Wurmer eine stille kontemplative Kraft gepaart mit differenziert gesetzten Bewegungsimpulsen. Idee und Werkstoff als so wesenhafte wie genau kalkulierte Einheit bilden die Basis für Raumachsen, Strukturen und damit verbundene Perspektiven, die den Arbeiten innewohnen. Im Dialog mit geometrisch archaischen Ordnungsprinzipien öffnet das Werk Blickachsen und Denkräume, die sich auf universelle Weise mit dem Kreislauf der Natur verbinden. Konstruktives und organisches Wachstum, Bewegung und Licht fügen sich zur umfassenden Einheit. (Birgit Möckel)
Für ihre künstlerische Arbeit hat Inge Gutbrod mit dem Werkstoff Wachs ein in der bildenden Kunst selten bearbeitetes Material gewählt. Im Umgang mit diesem Werkstoff hat es die Künstlerin zu einer einzigartigen Meisterschaft gebracht; sie kennt die verschiedenen Nuancen seines Grundstoffes Paraffin und dessen Eigenschaften ganz genau und weiß, diese für ihre jeweiligen Anliegen einzusetzen. In immer neuen Werkreihen experimentiert und spürt sie dem Werkstoff nach. Ihre Ausstellung „take a bath in my light-soaked bodies Vol. 1″ war im Januar 2024 in der Kunsthalle Schweinfurt zu sehen. In Fortführung dazu bespielt sie nun den Gotischen Stadel auf der Mühleninsel mit matt leuchtenden Wachsobjekten, weich fließenden, sich schlängelnden, sanft wogenden Gebilden, die sich im Raum verteilen, auf Podesten, an Stellagen deponiert sind, von der Decke hängen, aus der Wand greifen. Daneben zeigt sie poetische Material-Assemblagen und mit fließendem Wachs bearbeitetes Papier, das schwebend den Raum einnimmt. Höhepunkt der Ausstellung „Take a bath in my light-soaked bodies, Vol. 2“ ist im Obergeschoß die gleichnamige raumgreifende Installation aus lichtdurchfluteten Wachskörpern, die eine derartige Energie in sich sammeln und verströmen, dass sie die Essenz des Schaffens von Inge Gutbrod beinahe körperlich vermitteln: Farbe und Licht. Inge Gutbrod (*1963 in Nürnberg) studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und war Meisterschülerin bei Prof. Werner Knaupp. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet sie in Fürth.
Die Kunst von Inge Gutbrod – ARD Mediathek / BR Frankenschau. (bis 07.05.24)
in Zusammenarbeit mit Galerie Nanna Preußners, Hamburg
VERENA FREYSCHMIDT
Die künstlerische Arbeit von Verena Freyschmidt (*1975) bewegt sich im Bereich von Zeichnung, Malerei und Wandinstallation. Sie verwendet vorwiegend Papier, Schere und Farbe. Ihre mit Tusche und Farbstiften gezeichneten Linien, Strukturen und Formationen sind Gesehenem und Erinnertem entnommen, das sie in neue Zusammenhänge setzt. Es entstehen teilweise großformatige Papierschnitte, die gleichermaßen freie künstlerische Schöpfungen sind wie Anmutungen an die Natur. Gleich organischen Prozessen erobern fraktale Zufallsstrukturen, die durch Schütten und Abdrücken von Farbe entstehen, wachsend den Raum, Schicht für Schicht werden die Strukturen bearbeitet und am Schluss beschnitten. Bei ihr entsteht Raum durch Schnitte und Überlagerungen des Papiers. Nach dem Studium der Geschichte und Kunstpädagogik in Gießen hat sie Kunst studiert, erst in Mainz, im Anschluss an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Helmut Federle.
Polychrome Rhizome, 2019, Tusche und Farbsift auf beschnittenem Papier, montiert auf Papier, 50 x 40 cm
Red Rhizome VII, 2022, Tusche und Farbsift auf beschnittenem Papier, montiert auf Papier, 50 x 40 cm
„Für Tilmann Zahn ist die Farbe ein starker Bedeutungsträger und zentraler Aspekt der künstlerischen Komposition. Gleichzeitig ist die Farbigkeit seiner Arbeiten nicht das Ergebnis eines klassischen Malaktes, sondern das Resultat eines Vorgangs, der sich vom Künstler nicht in allen Einzelheiten steuern lässt: Büttenpapier wird in Ölfarbe getränkt, bis es vollständig von ihr durchdrungen ist. Die Eigendynamik dieses Prozesses hinterlässt eine Färbung, in der die Tiefe des Farbtons variiert und fleckige Spritzer zurückbleiben. Tilmann Zahn zeichnet feine Linien auf das Papier, und es bildet sich ein Lineament aus Bleistift und Graphit als Spur eines Aktes, der als Geste des Einschreibens betrachtet werden kann. Zeichnung und Linie sind somit Ausdruck gedanklicher wie emotionaler Eingebungen und künstlerischer Visionen. Sie sind Äusserungen zwischen Andeutung und Konkretem. Manchmal sind Buchstaben und Textfragmente lesbar, oft jedoch nur rekonstruierbar – und meistens nicht einmal das … Er überlässt uns der Abfolge von gedanklichen Verknüpfungen, die sich aus hoffnungsvollen Utopien und glanzvollen Träumen ebenso speisen wie aus der verhängnisvollen Absurdität der Hybris – es bleiben Erkenntnis und Wehmut…“
Paula von Sydow, 2014
Trümmerstück 27, 2022, Bleistift, Graphit und Öl auf gerissenenem Papier, 60 x 50 cm
Trümmerstück 26, 2022,Bleistift, Graphit und Öl auf gerissenenem Papier, 60 x 50 cm
planparallel zeigt neue druckgrafische Projekte und Multiples ihrer Künstler*innen Yvon NGASSAM, ststs, Annu Vertanen, Jerry Zeniuk, Bernd Zimmer.
sowie: Women at Work/Women at Thought“ Elisabeth Daxer, Olga Golos, Ingrid Ledent, Gesa Puell, Laia Marti Puig.
Eröffnung am Freitag, 24. November 2023, um 19:30 Uhr Ausstellungsdauer: 25. November – 17. Dezember 2023 Fr – So 14:00 – 17:00 Uhr, Do 18 – 20 Uhr
(Ein)führung in das Projekt „Women at Work/Women at Thought“ Gesa Puell mit Franz Schneider am Freitag, 15.12.2023 um 18 Uhr
Ingrid Ledent, Mindstream of Consciousness
Künstler*innen, die sich intensiv mit der künstlerischen Druckgrafik beschäftigen, haben schon immer die technischen Grenzen ausgelotet und neben den Vorzügen der Reproduktion die Druckgrafik mit ihrer eigenen künstlerischen Sprache weiter entwickelt. Seit in den letzten Jahrzehnten die Möglichkeiten der Vervielfältigung einfacher und kostengünstiger geworden sind, konzentrieren sich Künstler*innen zunehmend auf die Besonderheiten des Holzschnittes, der Radierung und der Lithografie. Unikate, installative Arbeiten, Collagetechniken, große Formate rücken ins Rampenlicht und behaupten ihren Platz neben Editionen, Künstlerbüchern und klassischen Mappenwerken. Zum vierten Mal zu Gast in der Neuen Galerie Landshut, zeigen Joe Holzer und Gesa Puell vom Verlag planparallel neue druckgrafische Projekte und Multiples ihrer Künstler*innen Yvon NGASSAM, ststs, Annu Vertanen, Jerry Zeniuk und Bernd Zimmer. Darüber hinaus wird das Projekt „Women at Work/Women at Thought“ vorgestellt, in dem die Künstlerinnen IElisabeth Daxer, Olga Golos, Ingrid Ledent, Gesa Puell und Laia Marti Puig der Frage nachgehen, woher ihr spezieller Blick auf die druckgrafischen Techniken und die Entwicklung ihrer druckgrafischen Werke herrührt. Einige installative Arbeiten werden stellvertretend für das Projekt und die Positionen hier in Landshut gezeigt.
(Keiyona C. Stumpf: Memento Vivere I , Ausschnitt)
Keiyona C. Stumpf, Carolin Ott, Christoph Möller, Hans Fischer, Stefanie Brehm
kuratiert von Stephanie Gilles, M.A.
Vernissage: FR, 20.10., 19.30 Uhr
20.10. – 12.11.2023 DO 18 – 20 und FR – SO 14 – 17 Uhr
unser Beitrag zum Keramikjahr (150 Jahre Keramikschule Landshut)
Anlässlich des 150. Geburtstages der Keramikfachschule Landshut hat die Neue Galerie Landshut e.V. fünf innovative KünstlerInnen eingeladen, die auf ganz unterschiedliche Weise mit den Werkstoffen Keramik und Porzellan umgehen: Keiyona C. Stumpf und Carolin Ott beschäftigen sich mit der Vielfalt und Komplexität natürlicher Formen und deren nicht selten morbider Schönheit. Hans Fischer und Christoph Möller bewegen sich als Bildhauer und Modellierer an den Grenzen der Abstraktion und gestalten Objekte von kraftvoll haptischer Ursprünglichkeit. Einen malerischen Ansatz hingegen verfolgt Stefanie Brehm: sie dreht und baut sich ihren Malgrund in Form von Tonsäulen und kreiert mit Hilfe einer Sprühpistole Farbenfeuerwerke von eindrücklicher Prägnanz.
Keiyona C. Stumpf wurde 1982 in München geboren und lebt heute dort sowie in der Region Augsburg und in den USA. Sie durchlief keine klassische Keramikerausbildung. Mit dem Werkstoff Ton kam Stumpf während ihres Studiums an der Akademie der Bildenden Künste München bei Norbert Prangenberg und Markus Karstieß in Berührung. Im Jahr 2016 schloß sie ihr Studium ab.
Fasziniert von den formalen Möglichkeiten, die der Ton bietet, begann sie, das Werden und Vergehen der Natur in eigene, ja geradezu eigenwillige Schöpfungen zu transformieren. Stumpf wurde bereits vielfach ausgezeichnet und ist seit 2020 mit einer Arbeit in der Sammlung Goetz vertreten. Das Bayerische Nationalmuseum München widmet ihr bis Ende Oktober 2023 eine Einzelausstellung mit dem Titel „Unverblümt“.
Carolin Ott
Die Künstlerin und Biologin Carolin Ott hat an der Muthesius Kunsthochschule Kiel als Meisterschülerin von Kerstin Abraham im Sommer 2023 ihren Masterabschluß erlangt. Sie verknüpft auf bestechende und überaus geistreiche Weise die Themenfelder Kunst und Naturwissenschaft, indem sie mit ihren kunstvollen Schöpfungen ein imaginäres Ökosystem entwickelt.
Vegetabile Grundformen und zoologische Baupläne amalgamieren bei ihr zu neuen Wesensformen, die naturhafte Wachstumsprozesse detailgetreu nachahmen. Der Betrachter sieht sich hybriden Wesen gegenüber, die mit ihren beweglichen Tentakeln, Zähnen, wabernden Zellen, Blütenständen, Hörnern und Schnäbeln an fleischfressende Pflanzen erinnern, und sich in installativen Setzungen Räume erobern, an Wänden emporkriechen oder auch als Solitär auf ein Beutetier zu warten scheinen.
Christoph Möller
Der gebürtige Frankfurter Christoph Möller lebt heute in Dießen am Ammersee. Er begann seine Ausbildung zum Keramiker bei Horst Kerstan in Kandern. Sein beruflicher Weg führte ihn anschließend zu Jörg von Manz nach Gottsdorf. Nach dem frühen Tod des Lehrmeisters übernahm Möller nicht nur dessen Werkstatt, sondern auch die traditionelle Geschirrproduktion und führte diese bis zum Jahr 1982 erfolgreich fort. Dann wandte er sich von der traditionellen Gebrauchskeramik ab. Seit 1995 ist er ausschließlich bildhauerisch tätig.
Als Plastiker hat er sich der Abstraktion verschrieben, ohne seine Leidenschaft für die traditionelle Keramik aus den Augen zu verlieren. In den Keramikwelten Christoph Möllers offenbart sich eine spielerisch- bedeutungsvolle Paradoxie. Seine Artefakte entziehen sich jeder klaren Definition und sind doch erfüllt von assoziativer Gegenständlichkeit.
Hans Fischer
Hans Fischer lebt seit 1983 in Passau. Mit seiner Frau Maria führt er eine eigene Werkstatt als freischaffender Künstler. Die Ausbildung zum Keramiker absolvierte er bei Jörg von Manz, bevor er in verschiedenen Keramikwerkstätten im In- und Ausland arbeitete. Der vielfach ausgezeichnete Künstler ist seit 2006 Lehrbeauftragter für Plastisches Gestalten am Lehrstuhl für Kunsterziehung an der Universität Passau. Im Rahmen eines Workshops gab er vor einigen Jahren sein Wissen auch an die SchülerInnen der Landshuter Keramikfachschule weiter.
Hans Fischer bedient sich einer breiten Palette an Ausdrucksmöglichkeiten und Techniken. Einerseits verwurzelt in der traditionellen Gebrauchskeramik, reizen ihn immer auch die bildhauerischen Möglichkeiten, die der elementare Werkstoff Ton bietet. Mit Leidenschaft verfolgt er sein Grundanliegen, den Tonklumpen, dieses urtümliche Material, zu erforschen und dessen Formbarkeit auszuloten.
Stefanie Brehm
Stefanie Brehm, Jahrgang 1980, studierte zunächst Soziologie, bevor sie sich an der Berufsfachschule für Keramik in Landshut zur Keramikerin ausbilden ließ. Ab 2006 studierte sie Kunstpädagogik und an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Norbert Prangenberg und Markus Karstieß Freie Kunst. 2022 erhielt sie vom renommierten Europäischen Keramikzentrum in Oisterwijk (Niederlande) ein Stipendium als Artist- in- Residence. Stefanie Brehm lebt und arbeitet in der Nähe von Bamberg.
Die Bildhauerin vereint handwerkliches Talent und malerische Begabung auf bestechende Weise, dreht und baut sie sich doch ihren Malgrund in Form von konvexen Scheiben und zum Teil mannshohen Tonsäulen selbst und bemalt sie mit Hilfe einer Sprühpistole. Die Künstlerin bevorzugt dabei Farben von starker Leuchtkraft. So entstehen Farbfeuerwerke von eindrücklicher Präsenz, die auch als „Rundbild“ gelesen werden können.
Eine Minute und dreißig Sekunden ist die durchschnittliche Länge, die für einen Beitrag in einem Nachrichtenblock vorgesehen ist. Die Künstlerin Monika Huber fotografiert seit über zehn Jahren täglich Bilder aus Nachrichtenbeiträgen, die von Protest, Aufruhr, Krieg, Gewalt und deren Folgen zeugen. Sie speichert die Bilder digital, druckt sie aus und überarbeitet sie mit den Mitteln der Malerei und Zeichnung. Über die Jahre ist so ein Archiv entstanden, das eine „Grammatik“ der Nachrichtenbilder offenlegt und uns zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Krisenberichterstattung in Fernsehnachrichten einlädt. Die Auswahl von über 100 Bildern aus dem Archiv wird begleitet von Beiträgen, die das Archiv Einsdreissig aus kunsthistorischer, philosophischer, politikwissenschaftlicher und journalistischer Perspektive verorten.
Mit Beiträgen von
Ernst van Alphen, Mieke Bal, James W. Davis, Antje Kapust, Ute Schaeffer und Ulrich Wilmes. Vorwort von Bernhart Schwenk.
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