SUMPF – Objekte, Installation und Collagen
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Einführung: Kurator Spunk Seipel, Berlin
Kuratiert von Dorien Eggink und Paul Hagenaars,
Stichting Idee Fixe, Breda (NL)
Eröffnung am Freitag, 4. Mai 2012, 20:00 Uhr
Do – S0 15:00 – 18:00 Uhr
Führungen auf Anfrage
Am Montag, den 21.5. 2012 ab 18:00 Uhr zeigt die Neue Galerie in einer Feierabendschau eine Waschaktion sowie nonstop bis 21:00 Uhr niederländische Kurzfilme, die auch ohne Sprachkenntnisse zu verstehen sind. Der Eintritt ist frei.
mit freundlicher Unterstützung durch die Botschaft der Niederlande in Berlin,
die Stadt Landshut und die Sparkasse Landshut

Loek Grootjans hat an vielen Orten im In-und Ausland, darunter Barcelona, Madrid, München und Paris ausgestellt. Einzelausstellungen hatte er zuletzt im Museum De Pont in Tilburg, im Museum Bommel van Dam in Venlo sowie im SMAK in Gent. Im Jahr 2009 wurde seine Arbeit neben einer Reihe von Arbeiten Marcel Broodthaers in der IKOB, Museum für Zeitgenössische Kunst, in Eupen gezeigt.

Die Installation, die Loek Grootjans hier zeigt, dreht sich um Erinnerungen. Er nennt sie “Speicher für verwandelte Materie”.
Unser Universum besteht aus Erinnerungen. Wir können bis zu den Anfängen unserer Zeit zurückschauen. Erinnerungen sind über das ganze Universum verstreut.
Hier auf unserer Erde können wir aber auch die Erinnerungen vergangener Zeiten um uns wahrnehmen. Wir können die Repräsentationen verlorener Zivilisationen finden, wir können erfahren, wie Pflanzen oder wie Bäume aus verlorenen Zeiten von ihre Entwicklung erzählen.
Auch Loek Grootjans bewahrt Erinnerungen für uns. Das Projekt begann er 2008. Wie bei “Lost light in Case PM” (verlorenes Licht im Fall PM), wo er nach dem “verlorenen Licht” der Gemälde von Piet Mondriaan forschte.
Oder beispielsweise in dieser Installation in der Neuen Galerie. Hier extrahiert er Erinnerungen an seine verstorbenen Eltern, und er versucht, diese Erinnerungen im Form von übrig gebliebenen Molekülen zu bewahren, die noch in der Kleidung seines Eltern erhalten – sind als eben “verwandelte Materie”.
Loek Grootjans wäscht die Kleider und sammelt das Wasser, in dem die Reminiszenzen seiner Eltern aufgelöst sind. Er füllt das Wasser in Flaschen ab, etikettiert diese und archiviert sie, als ob er sie für spätere Zivilisationen aufbewahren wurde die dann alle möglichen Informationen daraus ziehen wurden. Möglicherweise Informationen, die wir jetzt noch gar nicht verstünden.
Paul Hagenaars & Dorien Eggink
let sounds be themselves

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RENATE BALDA | INGE DICK | SONIA COSTANTINI
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let sounds be themselves
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Führungen auf Anfrage
Sounds von Hans Balda
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Feierabendschau am Dienstag, 10. Juli 2012, 18:00 – 21:00 Uhr
Strategien der Welterschließung und Erkenntnissuche in der aktuellen Kunst

Einladung zur Eroeffnung der Ausstellung
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am Donnerstag, 2. August, 19:00 Uhr in der Großen Rathausgalerie
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Ausstellung:
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3. – 26. August 2012
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Große Rathausgalerie Landshut
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http://www.landshut.de/thema/kunst-museen-und-kultur/kulturelle-einrichtungen/grosse-rathausgalerie.html
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Kunst- und Wunderkammer auf der Burg Trausnitz
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http://www.bayerisches-nationalmuseum.de/index.php?id=73
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Museen der Stadt Landshut – Sammlungen in der Stadtresidenz
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http://www.landshut.de/thema/stadtverwaltung/referat-1/staedtische-museen/standorte-und-ausstellungen/ausstellung-in-der-stadtresidenz.html
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Kunstkammer Georg Laue, München
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http://www.kunstkammer.com/home3.html
Kunst- und Wunderkammer – revisited
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Strategien der Welterschließung und Erkenntnissuche in der aktuellen Kunst
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Burkard Blümlein, Einladungskarte zur Ausstellung „Landshuter Gespräche“ in der Neuen Galerie Landshut, 2008, 14,8 x 10,5 cm |
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Diese Ausstellung versammelt 14 künstlerische Positionen, welche sich inhaltlich, methodisch und teilweise auch formal auf die Welterschließungsstrategien und die Erkenntnissuche der Kunst- und Wunderkammern der Renaissancezeit und der Raritätenkammern der Barockzeit beziehen. Sie vereinen intellektuelle mit sinnlichen, analysierende mit assoziativen Erkenntnis-Strategien. Was alle Künstler verbindet, ist die Ablehnung affirmativer Setzungen zugunsten einer eher subversiven, forschenden Fragehaltung.
Man findet Strategien des Zusammentragens und Sammelns, des Katalogisierens und Kategorisierens, des Erprobens, Forschens und Analysierens. Sie werden kombiniert mit solchen des Staunenmachens, des Assoziierens, der Analogiebildung und anderen Formen des „Wilden Denkens“, wie es Claude Lévi-Strauss nannte.

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Keramische Skulptur
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Landshuter Kunstnacht am 7. September 2012, 19:00 – 23:00 Uhr
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8. – 30. September, Do – So 15:00 – 18:00 Uhr
Die norwegische Künstlerin May Snevoll von Krogh arbeitet mit einem Material, das gemeinhin dem Kunsthandwerk zugeordnet wird: der Keramik. Doch fertigt sie keine kunstvollen Gefäße sondern figurative Skulpturen, die sie als Installation in Szene setzt. Ihre Plastiken leben von der beklemmenden Diskrepanz zwischen dem naturschön Dargestellten und der verstörenden Wirklichkeit des Motivs, das sie sich wählt.
Am Montag, den 17. September zeigt die Neue Galerie Landshut außerdem in ihrer Feierabendschau von 17:00 bis 20:00 Uhr nonstop Kurzfilme norwegischer Künstler.
Dagmar Pachtner
»Nichts wird so sein wie zuvor«
[ ‚Niets zal hetzelfde zijn • Nothing will ever be the same ] •
detail of installation • stainless steel – mirror surface, acrylic glass, w 300 cm, h 30 cm, red light • 2012 •
ETALAGE Innercity • Stichting Idee-fixe, Breda • Artist Exchange Project with Neue Galerie Landshut e. V. •
Opening 18.10. 2012 20:00 central station of Breda • 18.10. – 13.11.2012, 24h/d •
photo: Rolf Sturm •
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http://www.idfx.nl/nl/project/etalage
Zur Eröffnung am Freitag, 26. Oktober 2012, 20:00 Uhr
sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen!
Einführung: Franz Schneider
27. Oktober – 18. November 2012
Do – So 14:00 – 17:00 Uhr
Feierabendschau mit Führungen durch die Ausstellung:
Dienstag, 13. November 2012, 17:00 – 20:00 Uhr



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nur 3 Tage in Landshut!
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7./8./9. Dezember
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Die „Edition Karbit“ ist eine Initiative von Münchner Künstlern, die ohne den Umweg über die Galerienlandschaft den direkten Weg zu ihrem Publikum suchen. Gute Kunst zu erschwinglichen Preisen anzubieten – das ist das Ziel.
2009 forderten Theresia Hefele und Oliver Hottner zum ersten Mal Künstlerfreunde auf, sich an der Edition zu beteiligen. Die Randbedingungen waren für alle gleich: Gleiche Größe: 18 x 24 cm – gleiche Auflage: 12 Stück – und gleicher Preis (270.- EUR pro Exemplar in Landshut).
Im Dezember 2009 durften Theresia Hefele und Oliver Hottner dann in ihren Atelierräumen über 30 Arbeiten Münchner Künstler präsentieren, die ausschließlich für diese Edition hergestellt worden sind: Zeichnungen, Malerei, Drucke, Objekte und Fotografie.
Bestärkt durch den Erfolg und die Resonanz dieser Ausstellung beschlossen sie, das Projekt im jährlichen Turnus weiterzuführen.
2012 wird die Edition auch in der Neuen Galerie Landshut an einem Wochenende zu sehen sein.
Folgende Künstler sind vertreten:
Thomas Bechinger, Nigin Beck, Martin Dessecker, Hedwig Eberle,
Martin Fengel, Anna Friedel, Klaus v. Gaffron, Ekkeland Götze,
Katharina Gaenssler/Bernd Kuchenbeisser, Ioan Grosu,
Doris Hahlweg, Andrea Hanak, Elias Hassos, Theresia Hefele,
Benedikt Hipp/Elisabeth Reitmeier, Oliver Hottner, Frank Hutter,
Janos Fischer, Anna Kiiskinen, Vincent Mitzev, Susanne Pittroff,
Manfred Saga, Martin Schneider, Eva Schöffel, Yukara Shimizu,
Conny Siemsen, Andreas Stetka, Florian Thomas, Olaf Unverzart,
Albert Weiß, Oliver Westerbarkey, Martin Wöhrl, Uli Zwerenz
Mit freundlicher Unterstützung durch
Stadt Landshut, Sparkasse Landshut, Kultureferat der Landeshauptstadt
München, Werner Murrer Rahmen, München, Knoblich GmbH, München
Edition Karbit
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http://www.editionkarbit.de
HALS

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Martin Paulus | Willi Weiner
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„HALS“ – ein Zyklus: Bilder & Plastiken
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zur Ausstellung erscheint ein Katalog
Eröffnung: Freitag, 14. Januar 2011, 20:00 Uhr
Einführung: Stephanie Gilles, M.A.
Hierzu sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen!
15. Januar – 6. Februar 2011 do – so 14:00 – 17:00 Uhr
Am 06. 02. 2011 um 18 Uhr liest Martin Paulus aus seinem neuen Buch
»SILBER AM HIMMEL«
mit freundlicher Unterstützung durch Stadt Landshut und Sparkasse Landshut



Die entstandenen Bilder und Plastiken lassen das Werk des Niederländers neu aufscheinen und finden in ihm ihren eigenen Bezug zur Vergangenheit.
Zu einem ersten Dialog der beiden Künstler kam es 1995 mit der in der Galerie Josephski-Neukum gezeigten gemeinsamen Arbeit »Äsops Rätsel«.
Haarlem, wir schreiben das Jahr 1664: der 81-jährige Frans Hals macht sich daran, zwei seiner berühmtesten Werke zu schaffen: die beiden Gruppenporträts der „Regenten und Regentinnen des Oudemannenhuis“.
Aus dem dunklen Bildhintergrund stechen ausdrucksstark gestaltete Gesichter, Hände und weiße Krägen leuchtend hervor. Durch seine raffinierte, auf wenige Bildelemente konzentrierte Gestaltung lenkt der Holländer die Blicke des Betrachters auf das Maßgebliche und offenbart ihm so einen verblüffenden, geradezu psychologischen Einblick in die Charaktere der Porträtierten.
Frans Hals erfasste bereits damals die Möglichkeiten des Assoziativen, die in der zeitgenössischen Kunst zur Selbstverständlichkeit geworden sind und nutzte diese bahnbrechenden Erkenntnisse bewusst zur Charakterisierung seiner Porträtierten. Nicht mehr die perfekte Textur von Haut und Stoffen war maßgeblich, sondern das Einfangen von Gestik, Mimik, Physiognomie.
Betrachtet man sich die Arbeiten von Martin Paulus und Willi Weiner hier in den Räumen der Neuen Galerie, so kann man nicht umhin, sie als Hommage an Frans Hals zu sehen.
Jeder auf seine Weise, Paulus meist mit Dispersionsfarbe und Ölpastellkreide auf Nessel, Leinwand oder Holz, Weiner durch seine aus Cortenstahl geschweißten Plastiken und seine Papierarbeiten versuchen sich dem Barockmaler Hals aus heutiger Sicht zu nähern. Betrachtet man die künstlerischen Werke, wird offenbar, daß den beiden daran gelegen ist, eine Brücke zu schlagen, eine Kontinuität aufscheinen zu lassen, die wir gerade im Hier und Jetzt oft vergessen: Die kunsthistorische Tradition als Grundlage, aus der sich Entwicklung, aus der sich Neues, aus der sich Innovatives in der Kunst speist.
Martin Paulus wählt sich für seine Auseinandersetzung mit dem Thema „Frans Hals“ ausschließlich ein Gruppenporträt des Alten Meisters bzw. Ausschnitte daraus, nämlich die bereits erwähnten „Regentinnen des Oudemannenhuis“. Er nimmt uns mit auf eine Zeitreise, die aus dem Dunkel der Geschichte bis hinein in die Gegenwart führt. „zeitgenössische Kunst, so sagt er einmal sinngemäß, ist zu sehr dem Stempel NEU verpflichtet. Mir ist an einer Rückbesinnung gelegen. Und so nähert er sich dem Thema „Hals“ behutsam und lässt eine Zwiesprache mit einem Gemälde aus alter Zeit entstehen. Das Ausloten dessen, was heute nicht mehr mit den Mitteln der Vergangenheit darstellbar ist, führt Paulus zu seinen konzeptuellen Ansätzen und Ausdrucksformen. Dabei malt und zeichnet er nicht gegen Vergangenes an, sondern findet DURCH die Vergangenheit zu einer, zu SEINER zeitgemäßen Interpretation.
Pinsellasur über Pinsellasur trägt der Maler Paulus auf, bis der Bilduntergrund jene Tiefenwirkung besitzt, die es dem mit Ölpastellkreide arbeitenden ZEICHNER Paulus ermöglicht, akzentiuerte Umrisse, Gesichter, Hände, Kragen und Stulpen wie aus einem Nebel auftauchen zu lassen.
27 unterschiedliche Arten von Schwarz hat Vincent van Gogh, dessen Frühwerk, man denke an die Kartoffelesser, ohne Frans Hals nicht denkbar wäre, in der Malerei seines Vorbildes ausgemacht und die 5 Grundfarben, die Paulus intuitiv wählt, scheinen Schicht um Schicht das Geheimnis dieser Schwarztöne freizulegen. Der Entstehungsprozess seiner, also Paulus, Bilder verdankt sich dabei einem intuitiven Erspüren, einem experimentellen Automatismus. Für den Betrachter bleibt auf diese Weise das Kunstwerk offen, wie Umberto Eco es ausdrückt. Und nur so bietet es dem Betrachter die Möglichkeit, durch seinen eigenen Erfahrungsschatz einen ganz individuellen Zugang zum jeweiligen Kunstwerk zu bekommen.
Martin Paulus gelingt mit seinen sensiblen Arbeiten nicht nur eine Rückbesinnung. Gleichzeitig gibt er ihnen wie auch dem rezipierten Hals Bild eine Heimat im Bergerschen Sinne. Meinte doch der große Kunstkritiker, der im Sommer 2010 im Rauthauskeller in einer Ausstellung zu sehen war: „Was gemalt ist, überlebt im Schutzraum des Bildes, im Schutzraum des Gesehen worden seins. Die Heimat eines wahren Bildes ist dieser Schutzraum.“
Eine ganz andere Herangehensweise an das Thema Hals zeigt der Bildhauer Willi Weiner. Auch er greift sich Ausschnitte, Versatzstücke heraus, auch er kommt durch eine extreme Reduktion der Mittel zu einer gültigen Aussage, doch während Paulus sich für Farbwirkungen und das spannungsreiche Wechselspiel zwischen Malerei und Zeichnung interessiert, geht es Weiner in Zeichnung wie bei der Plastik um den Begriff des Porträts und das Ausloten von Möglichkeiten der Individualisierung im Hier und Jetzt.
Seine in der Ausstellung gezeigten Hohlplastiken sind aus 1mm dickem Cortenstahl kalt geformt, geschweißt und in Teilen weiß lackiert. Auffallend ist, daß die Schweißnähte nicht wie bei vielen anderen Künstlern üblich, getilgt werden. Der Endstehungsprozess wird nicht verschleiert, er ist selbstverständlicher Teil des Ganzen, ja findet sogar als gestalterisches Element Einsatz.
Weiners künstlerische Formen- und Gedankenwelt kreist um die Durchdringung der Begrifflichkeiten Außen und Innen, Hohlraum und Masse sowie deren assoziativer Aussagekraft.
Was also wäre für ihn naheliegender, als sich beim Thema Frans Hals des HALSES und dessen „DRUMHERUM“, des Kragens anzunehmen?
Die Plastiken wie auch die teilweise gefalteten, in Mischtechik ausgeführten Bilder dieses Dialogs sind voller hintergründigem Witz, ohne dabei ihre Ernsthaftigkeit einzubüßen. Wählt Weiner sich doch Kragenformen aus unterschiedlichen Bildern des Großen Meisters und setzt sie als PORTRÄT in Szene. Der Kragen selbst ist Porträt, ist Gesicht und somit unverwechselbar. Folgerichtig und – – betrachterfreundlich -ordnet er den Kragen auch die Namen ihres jeweiligen Trägers zu. Wer sich ein Aha- Erlebnis gönnen will, der sollte also die Hals Gemälde „Aletta Hanemans“, „Die Vorsteherinnen des Altmännerhauses“ oder auch „Pieter Cornelisz van der Morsch“ googeln. Der Aha- Effekt funktioniert natürlich nur, wenn Sie vorher auch den Katalog dieser Ausstellung gekauft haben oder, noch besser, eine der Arbeiten selbst!
Willi Weiner ist ein Meister im Vertauschen von Dichte und Leere, im Spiel von Positiv und Negativ. Vielleicht am Nachdrücklichsten gelingt ihm die Umsetzung seiner Überlegungen bei „Pieter Cornelisz van der Morsch“: An dünnen Drähten befestigt, schwebt diese Plastik im Raum und wirkt doch nicht verloren. Nicht- Sichtbares trifft hier auf scheinbar Sichtbares, Stoffliches auf Nichtstoffliches. Phantasie vermischt sich mit real Existentem zu einem imaginären Ganzen. Des Kaisers Neue Kleider mit umgekehrten Vorzeichen oder, wie der Kunsthistoriker Peter Anselm Riedl, der in Landshut durch seine Arbeiten über Fritz Koenig bekannt ist, es ausdrückt: „Weiner begnügt sich nicht damit, außergewöhnliche Perspektiven zu eröffnen; er materialisiert unmögliche! Indem er Anschauung, Wissen und Phantasie verknüpft, findet er Lösungen, die unter entsprechenden Bedingungen rezipiert sein wollen.“
Die suggestive und assoziative Kraft und Aussagefähigkeit zeitgenössischer Kunst stellen Weiner wie auch Paulus, jeder auf seine Weise, eindrücklich unter Beweis.
Das Ergebnis ihrer Arbeit ist ein spannungsreicher Brückenschlag zurück ins 17. Jahrhundert. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit der Ausstellung!
Stephanie Gilles
Mit einer Lesung beendet die Neue Galerie Landshut ihre Ausstellung „HALS“ von Martin Paulus und Willi Weiner. Am Sonntag, 6. Februar um 18:00 Uhr liest der Maler und Schriftsteller Martin Paulus aus seinem neuesten, im Januar erschienenen Buch „Silber am Himmel“.
Moritz Holfelder (BR) schrieb über Paulus‘ neueste Arbeiten: „Wie Ennio Morricone evoziert Martin Paulus Erinnerungen, Kindheitsassoziationen, Gedächtnisfetzen und nutzt dafür die großen Erinnerungsmedien des 20. Jahrhunderts, den Film und die Fotografie, interpretiert sie neu, führt sie zurück ins viel bedächtigere, langsamere Medium der Malerei. Nun sind persönliche, impressionistische Texte dazugekommen, sprachliche Spaziergänge, lyrische Momentaufnahmen mit knappen, treffenden Worten.“
Zuletzt hatte Paulus 2008 sein Buch „Die Alben“ im renommierten Triptychon-Verlag veröffentlicht, welcher auch Henry James‘ „Die Aspern-Schriften“ in einer gefeierten Auflage neu herausgebracht hat.
Shifting Lines
Eröffnung: Freitag, 4. März 2011, 20:00 Uhr
Hierzu sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen!
5. März – 27. März 2011
Do – So 14:00 – 17:00 Uhr
Führungen durch die Ausstellung auf Anfrage
